Fachkräftemangel, demographischer Wandel, jahrzehntelange Fehlanreize, explodierende Kosten, geopolitische Unsicherheiten und zunehmende gesundheitliche Auswirkungen globaler Umweltkrisen: Im Gesundheitssystem herrscht Transformationsdruck.
Davon ist auch das Fachgebiet der Dermatologie vielfältig betroffen. Inmitten dieser schwierigen Gesamtsituation gewinnt das Thema „Planetary Health“ massiv an Bedeutung, bei dem es um das Zusammenspiel von Umweltveränderungen und menschlicher Gesundheit geht.
Vor diesem Hintergrund werden die Arbeitsgemeinschaft Nachhaltigkeit in der Dermatologie (AGN) und die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) ihre Kräfte bündeln und sich mit Blick auf den medizinischen Sektor zukünftig gemeinsam für Ressourcenoptimierung, Resilienz und Klimaschutz einsetzen. Bestehend aus KLUG (Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit) und AGN (Arbeitsgemeinschaft Nachhaltigkeit in der Dermatologie). Die Dermatologin Dr. Susanne Saha (Vorsitzende von AGN) und der Facharzt für Anästhesiologie Prof. Dr. Christian Schulz (Geschäftsführer von KLUG) erläutern, wie diese Synergie die tägliche Arbeit in Klinik und Praxis durch konkrete Lösungen und wissenschaftliche Expertise unterstützen kann.
KLUG: Vom Pionier zum zentralen Akteur für planetare Gesundheit

Prof. Dr. Christian Schulz, Geschäftsführer von KLUG, bringt es auf den Punkt:
„KLUG wurde 2017 als gemeinnütziger Verein gegründet und hat sich seither zu einem zentralen Akteur für planetare Gesundheit im deutschen Gesundheitswesen entwickelt. KLUG hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die erheblichen gesundheitlichen Auswirkungen der ökologischen Krise aufzuklären und Gesundheitsberufe darin zu stärken, die notwendige Transformation aktiv mitzugestalten. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist das große ehrenamtliche Engagement – sowohl in der Health-for-Future-Bewegung mit ihren über 60 Ortsgruppen als auch in den verschiedenen Arbeitsgruppen von KLUG. Diese Arbeit trägt maßgeblich zur Wirksamkeit der Organisation bei. KLUG arbeitet wissenschaftsbasiert und kooperiert eng mit maßgeblichen Akteuren wie der Bundesärztekammer, dem Deutschen Pflegerat, Fachgesellschaften, Krankenkassen, Gesundheitseinrichtungen und ihren Trägern sowie Universitäten.
Dem 2023 gegründeten Kompetenzzentrum für klimaresiliente Medizin- und Gesundheitseinrichtungen (KliMeG) sind bereits über 400 Krankenhäuser beigetreten – knapp 25 Prozent der deutschen Kliniken. KliMeG unterstützt sie dabei, Ressourcen zu schonen und sich resilient gegenüber aktuellen Krisen aufzustellen.“
Synergien nutzen: Die AGN fusioniert mit KLUG
Dr. Susanne Saha, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Nachhaltigkeit in der Dermatologie (AGN), berichtet:
„Im Februar wird die AGN mit KLUG fusionieren, um künftig die KLUG-Arbeitsgruppen um die AG Dermatologie zu erweitern. Unsere Themenspektren zur ressourceneffizienten Praxis sowie zu den Auswirkungen von Plastik auf die Gesundheit stellen eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Schwerpunkten von KLUG dar.
Ein wesentlicher Aspekt unserer Kooperation ist der Transfer von praktischem Wissen in den medizinischen Alltag. Die AGN hat hierzu in den vergangenen Jahren zahlreiche praxisnahe Qualitätsmanagement-Materialien zur Ressourceneffizienz entwickelt, die Ärztinnen und Ärzte unmittelbar in die eigenen Systeme überführen können.

Diese Vorlagen wurden jetzt aktualisiert. Um ihre Sichtbarkeit deutlich zu erhöhen, werden sie künftig auf der KliMeG-Plattform zur Verfügung gestellt und können dort kostenlos heruntergeladen werden.“
Das Gespräch führte Sabine Mack
Weitere Informationen
KLUG: https://www.klimawandel-gesundheit.de/
KliMeG: https://klimeg.de/
Selbst aktiv werden
„Es gibt für jede:n die passende Möglichkeit, sich wirksam einzusetzen: von Förderung/Spende über Mitgliedschaft bis zum aktiven Engagement.”
Direkt loslegen: https://www.klimawandel-gesundheit.de/klug-unterstuetzen/klug-foerdern/



