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Sportassoziierte Amenorrhö als Warnsignal

Zwei Laeuferinnen starten auf der Tartanbahn – sportassoziierte Amenorrhoe als Warnsignal im Leistungssport

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Sportassoziierte Amenorrhö als Warnsignal

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Die sportassoziierte Amenorrhö betrifft vor allem sportlich aktive junge Frauen. Das Ausbleiben der Periode ist kein harmloses Anpassungsphänomen, sondern ein Warnsignal für ein hormonelles Ungleichgewicht. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnt vor langfristigen Folgen für Knochen, Herz-Kreislauf-System und Fruchtbarkeit. Ursache ist meist ein Energiedefizit. Die Behandlung erfordert eine Anpassung von Ernährung und Training sowie eine gynäkologische Betreuung.

Warnsignal statt Trainingseffekt

Bleibt bei sportlich aktiven Frauen die Menstruation aus, wird das häufig als harmlose Folge intensiven Trainings abgetan. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE) weist darauf hin, dass das Ausbleiben der Periode kein normales Anpassungsphänomen ist, sondern ein ernstzunehmendes Warnsignal des Körpers. Häufig steckt ein hormonelles Ungleichgewicht dahinter, das langfristige Folgen für Knochen, Herz-Kreislauf-System, Psyche und Fruchtbarkeit haben kann. Betroffene sollten daher frühzeitig ärztlichen Rat suchen. Gynäkologinnen und Gynäkologen kommt dabei eine wichtige Rolle zu, Zyklusstörungen bei sportlich aktiven Patientinnen gezielt zu erfragen und abzuklären.

Sportassoziierte Amenorrhö bei aktiven Frauen

Bleibt die Blutung bei zuvor regelmäßigen Zyklen nach drei Monaten aus, spricht man von einer Amenorrhö. Tritt sie im Zusammenhang mit intensiver sportlicher Aktivität auf, handelt es sich um eine sportassoziierte Amenorrhö. Diese Form betrifft vor allem junge Frauen mit hohem Trainingsumfang.

„Die sportassoziierte Amenorrhö tritt besonders häufig bei sportlich hochaktiven jungen Frauen auf. Meist ist der Energieverbrauch dauerhaft höher als die Energieaufnahme”
Dr. med. Imke Mebes, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am endokrinologikum Kiel

Energiedefizit stört hormonelle Steuerung

Ursache ist meist ein Missverhältnis zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch. Der Körper spart dann an Funktionen, die er nicht als lebensnotwendig einstuft. Dazu gehört unter anderem der Menstruationszyklus.

Knochendichte nicht nur bei menopausalen Patientinnen relevant

Die Amenorrhö stellt eine komplexe Interaktion von Stoffwechselprozessen dar. Mit dem Ausbleiben der Menstruation sinkt der Östrogenspiegel. Dieses Hormon spielt eine zentrale Rolle für den Knochenstoffwechsel. Gerade in jungen Jahren ist das problematisch, da die maximale Knochendichte zu großen Teilen bereits bis zum frühen Erwachsenenalter aufgebaut wird.

„Ein länger bestehender Östrogenmangel kann die Knochendichte verringern und das Risiko für Knochenbrüche und Osteoporose erhöhen.“
Dr. med. Imke Mebes, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am endokrinologikum Kiel

Gynäkologische Behandlung und Lebensstilanpassung

Bleibt die Periode länger als drei Monate aus, rät die DGE zu einer ärztlichen Abklärung. „Im Mittelpunkt der Behandlung steht es, die Ursache der Amenorrhö zu beseitigen. Neben der gynäkologischen Behandlung, meist in Form einer Hormontherapie, ist es essenziell, das Energiedefizit auszugleichen”, erklärt Mebes. Die jungen Frauen müssen ausreichend Kalorien zu sich nehmen und sollten die Trainingsintensität reduzieren sowie Regenerationstage einplanen.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e. V. vom 04.03.2026: Wenn die Periode ausbleibt: Zyklusstörungen bei sportlichen Frauen ernst nehmen

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