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Schmerzen und Fehldiagnosen: Rassismus im Gesundheitssystem

Stilisierte Papier-Silhouetten menschlicher Köpfe in verschiedenen Hauttönen – Symbol für Diversität und Rassismus im Gesundheitswesen

Quelle: Philip - stock.adobe.com

Schmerzen und Fehldiagnosen: Rassismus im Gesundheitssystem

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: neuro aktuell

Rassistische Erfahrungen im Gesundheitswesen sind kein Einzelfall – das haben Forschende des Lehrstuhls für Versorgungsforschung der Universität Witten/Herdecke (UW/H) herausgefunden. Dafür haben sie rund 800 Beiträge auf verschiedenen Bewertungsplattformen wie jameda.de und klinikbewertungen.de sowie auf YouTube und TikTok analysiert. Die Posts wurden sowohl quantitativ nach häufig genannten Themen als auch qualitativ nach ihren Inhalten und emotionalen Erfahrungen ausgewertet.

Diskriminierung aufgrund von Sprache und Herkunft

Besonders häufig berichteten Patientinnen und Patienten von Benachteiligungen aufgrund von Sprache und Herkunft. Demnach führten Verständigungsprobleme in einigen Fällen dazu, dass Beschwerden nicht ernst genommen oder falsch eingeschätzt wurden – mit Folgen für Diagnose und Behandlung.

Weitere wiederkehrende Themen waren:

• rassistische Stereotype, die Behandlungsentscheidungen beeinflussten
• fehlende kulturelle Sensibilität im Umgang
• Misstrauen in das gesamte Gesundheitssystem als Folge der Diskriminierungserfahrungen

Emotionale Berichte machen das Ausmaß sichtbar

Auffällig war für die Forschenden die Intensität vieler Beiträge. Zwar war die Zahl der Posts und Kommentare zu Rassismus im Gesundheitswesen insgesamt geringer als bei anderen Gesundheitsthemen, wie zum Beispiel Krebsprävention oder die COVID-19-Pandemie – die veröffentlichten Erfahrungsberichte waren jedoch oft besonders ausführlich und emotional.

„Die Menschen schildern ihre Erfahrungen sehr detailliert – offenbar auch, weil sie sonst kaum Gehör finden“, sagt Dr. Tuğba Aksakal, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Versorgungsforschung. „Diese Berichte zeigen auch, wie stark Diskriminierung das Vertrauen in das Gesundheitssystem erschüttern kann.“

Mehr Diversität und klare Antidiskriminierungsstrukturen nötig

Die Studie zeigt außerdem, dass Diskriminierung nicht nur auf persönlicher Ebene stattfindet. Auch institutionelle und strukturelle Faktoren spielen eine Rolle – etwa wenn Patientinnen und Patienten wegen fehlender Dolmetschangebote wichtige Informationen nicht verstehen, wenn Formulare und Aufklärungsbögen nur auf Deutsch vorliegen oder wenn kulturelle Unterschiede im medizinischen Alltag wenig berücksichtigt werden. Solche Strukturen können dazu führen, dass Menschen schlechter informiert sind und dadurch benachteiligt werden.

Aus den Ergebnissen leiten die Forschenden mehrere Empfehlungen ab:

• verpflichtende Trainings zu interkultureller Kompetenz für Gesundheitsberufe
• transparente Antidiskriminierungsrichtlinien und Beschwerdeverfahren
• mehr Diversität in Führungspositionen im Gesundheitswesen

Quelle: Pressemeldung Universität Witten/Herdecke (idw, 18.3.26)

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