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Früherkennung und Mortalität von Lungenkrebs bei Nichtraucher*innen: Eine populationsbasierte US-Analyse

Röntgenbild der menschlichen Lunge mit hervorgehobenem Tumor im rechten Lungenflügel

Früherkennung und Mortalität von Lungenkrebs bei Nichtraucher*innen: Eine populationsbasierte US-Analyse

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Erschienen in: onkologie heute

Während die Inzidenz und Mortalität von tabakassoziiertem Lungenkrebs rückläufig sind, nimmt die Zahl der Fälle bei Personen, die nie geraucht haben („Lung cancer in never-smoker“; LCINS), insbesondere bei Frauen und in den jüngeren Bevölkerungsgruppen, zu. LCINS weist häufig eine abweichende Pathologie, charakteristische genetische Mutationen und eine höhere Prävalenz bei frühem Krankheitsbeginn auf. Trotz dieser Besonderheiten sind Daten zu Epidemiologie und Mortalität bei LCINS begrenzt.

Ziel der vorliegenden Studie war es, soziodemografische Unterschiede und Mortalitätsverläufe bei frühem und spätem Lungenkrebs in Abhängigkeit vom Raucherstatus zu analysieren. Dafür werteten die Forschenden in einer gepoolten Querschnittsanalyse die National Inpatient Sample (NIS)-Datenbank zwischen 2016 und 2021 aus. Lungenkrebspatient*innen wurden anhand von ICD-10-Codes (C34.x) identifiziert und nach Alter (≤ 50 Jahre vs. > 50 Jahre) sowie Raucherstatus (aktuelle Raucher*innen, ehemalige Raucher*innen, Nichtraucher*innen) stratifiziert. Zur Erfassung von Komorbiditäten kam der Elixhauser Comorbidity-Index zum Einsatz. Mortalitätsunterschiede wurden mittels deskriptiver Statistik und multivariabler logistischer Regressionsanalyse untersucht. Ein p-Wert < 0,05 galt als statistisch signifikant. Die Analyse erfolgte mit STATA MP 18.

Es wurden 199.798 stationäre Aufenthalte aufgrund von Lungenkrebs identifiziert, von denen 1,47 % auf junge Nichtraucher*innen entfielen, 1,33 % auf junge Raucher*innen, 26,63 % auf ältere Nichtraucher*innen und 25,8 % auf ältere Raucher*innen. Junge Nichtraucher waren häufiger weiblich (60,8 % vs. 50,4 %).

Trotz einer geringeren Komorbiditätslast und niedrigerer Prävalenz chronisch pulmonaler Erkrankungen (16,5 % vs. 51,3 %) wiesen junge Nichtraucher*innen häufiger eine metastasierte Erkrankung auf (55,8 % vs. 40,8 %). Die Krankenhausmortalität war bei jungen Nichtraucher*innen höher (7,2 %) als bei jungen Raucher*innen (5,2 %) sowie bei älteren Nichtraucher*innen (9,1 %) im Vergleich zu älteren Raucher*innen (5,0 %). In der multivariablen Regressionsanalyse war die Mortalität bei jungen Nichtraucher*innen signifikant erhöht (p < 0,01), ebenso bei älteren Nichtraucher*innen (p < 0,01).

Fazit: Lungenkrebs bei Nichtraucher*innen, insbesondere bei frühem Krankheitsbeginn, stellt eine klinisch und demografisch eigenständige Subgruppe dar. Trotz geringerer Komorbiditäten zeigt sich eine erhöhte Mortalität, möglicherweise bedingt durch spätere Diagnosestellung und andere zugrunde liegende Krankheitsmechanismen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Früherkennungsstrategien und individualisierter Behandlungsansätze für die LCINS-Population.

Dr. Katarina Recker

Quelle: Du S et al. Epidemiologic patterns and mortality outcomes in young lung cancer non-smokers: A National Inpatient Sample analysis (2016–2021). ASCO 2025, Abstract #11142

Bilderquelle: © Crystal Light – Adobe Stock

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