Onkologie » Hämatoonkologie » Lymphome

»

Hodgkin-Lymphom: Charakteristiken und Prognose bei erstem Rezidiv nach zeitgemäßer Therapie

Hodgkin-Lymphom: Charakteristiken und Prognose bei erstem Rezidiv nach zeitgemäßer Therapie

News

Onkologie

Hämatoonkologie

Lymphome

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Bei 80-90 % der Patienten mit Hodgkin-Lymphom wird mit einer risikoadaptierten Erstlinientherapie eine Heilung erreicht. In der Zweitlinientherapie wird – die Eignung der Patienten vorausgesetzt – eine Salvage-Therapie mit beispielsweise 2x DHAP gefolgt von BEAM und autologer Stammzelltransplantation durchgeführt. Die Deutsche Hodgkin Studiengruppe (GSHG) erstellte eine detaillierte Evaluation von Behandlungscharakteristika und der Prognose beim ersten Rezidiv nach zeitgemäßer Erstlinientherapie.

Untersucht wurde ein Kollektiv aus der GHSG-Datenbank von Patienten mit erstem Rezidiv nach initialer Behandlung in den Studien GHSG HD13-15 (ohne HD13B+D) und Patienten mit Therapie in der rezidivierten und refraktären Situation aus der GHSG HDR3i-Studie. Gemäß dem Studienziel wurden 80 Patienten ohne und 329 mit geplanter Stammzelltransplantation in die Auswertung integriert.

Gründe, keine Stammzelltransplantation vorzunehmen, waren das Alter des Patienten oder vorliegende Komorbiditäten (n=38), ein niedriges Progressrisiko (n=36) oder andere und unbekannte Ursachen (n=11). Bei den Patienten mit geplanter Stammzelltransplantation konnte diese in 291 der geplanten Fälle erfolgreich durchgeführt werden.

Patienten, für die keine Stammzelltransplantation geplant wurde, waren in 28 % der Fälle, Patienten mit geplanter Stammzelltransplantation in 2 % der Fälle älter als 60 Jahre. Die Zeit bis zum ersten Rezidiv lag bei 8 % versus 21 % der beiden Patientengruppen bei ≤ 3 Monaten.

Bezüglich des progressionsfreien Überlebens (PFS) lebten die Patienten 1, 2, 5 und 10 Jahre ohne Progress in 82,7 %, 67,7 %, 56,5 % und 48,2 % der Fälle. Die 1, 2, 5 und 10-Jahres-Gesamtüberlebens (OS)-Raten betrugen 90,6 %, 82,4 %, 68,9 % und 59,4 %. Die besten Ergebnisse bezüglich des PFS wurden bei Patienten mit niedrigem Risiko und Stammzelltransplantation mit oder ohne Konsolidierungstherapie und die schlechteste Prognose für Patienten mit höherem Alter und/oder Komorbiditäten sowie bei Versagen der Salvagetherapie und Stammzelltransplantation beobachtet. Das erhöhte Risiko aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums oder einer kürzeren Zeit bis zum ersten Rezidiv konnte durch eine autologe Stammzelltransplantation nur teilweise ausgeglichen werden.

Zusammengefasst wurde mit der GHSG-Analyse gezeigt, dass etwa 50% der Hodgkin-Patienten mit einem ersten Rezidiv erneut rezidivieren. Innovative individuelle Strategien würden vor allem für ältere Patienten und Patienten mit Salvage-Versagen benötigt.

Autorin: Dr. Ine Schmale

Quelle: Bröckelmann PJ et al. Erstes Hodgkin Lymphom Rezidiv nach zeitgemäßer Erstlinientherapie: Eine Analyse der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG). DGHO 2021, Vortrag und Abstr. V501

Bilderquelle: © Kateryna Kon – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

3D‑Darstellung einer violetten Zelle mit Bläschenstruktur im Hintergrund weiterer Zellen

Neue Schwachstelle in aggressivem Blutkrebs entdeckt

News

Kölner Forschende haben gezeigt, dass das Protein cFLIP Lymphomzellen vor dem Zelltod schützt. Wird es gezielt ausgeschaltet, könnten selbst therapieresistente DLBCL-Formen behandelbar werden.

Onkologie

Hämatoonkologie

Lymphome

Beitrag lesen
Digitale medizinische Darstellung einer Blase – Urologie und Blasengesundheit

Intensivierte Erstlinien-Erhaltung beim mUC im Kontext neuer Therapiesequenzen

Fachartikel

Die Therapielandschaft beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom befindet sich im Wandel. Mit zunehmender Etablierung von ADC-Immuntherapie-Kombinationen in der Erstlinie stellt sich die Frage nach der Rolle und Ausgestaltung der Erhaltungstherapie neu.

Onkologie

Urogenitale Tumoren

Urothel- und Blasenkarzinom

Beitrag lesen
Kind mit Brille in heller Umgebung blickt in die Kamera

Wie myeloische Leukämie bei Kindern mit Down-Syndrom entsteht

News

Kinder mit Down-Syndrom haben ein 150-fach erhöhtes Risiko, an myeloischer Leukämie zu erkranken. Ein internationales Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt, des Wellcome Sanger Institute und des Great Ormond Street Hospital hat nun erstmals die molekularen Schritte der Krebsentstehung nachgezeichnet, und mit dem Protein GATA1 einen vielversprechenden Ansatzpunkt für künftige Therapien identifiziert.

Onkologie

Hämatoonkologie

Leukämien und MDS

Beitrag lesen