Onkologie » Kopf-Hals-Tumoren » Schilddrüsenkarzinom

»

Neue Daten: Überdiagnostik von Schilddrüsenkrebs

Untersuchung der Schilddrüsenfunktion. Freundliche junge afrikanische Ärztin untersucht Halsschmerzen oder Schilddrüsen. Männlicher Patient besucht Klinikbüro. Konzept zur Prävention von Schilddrüsenkrebs

Neue Daten: Überdiagnostik von Schilddrüsenkrebs

News

Onkologie

Kopf-Hals-Tumoren

Schilddrüsenkarzinom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Eine im „Lancet Diabetes & Endocrinology“ publizierte Studie untermauert, dass Schilddrüsenkrebs weltweit überdiagnostiziert wird. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) kommentiert die Studie zu diesem „Dauerbrenner-Thema“ in ihrem Blog.

Es handele sich um eine umfangreiche, sorgfältig recherchierte, populationsbasierte Studie zu Diagnose und Mortalität von Schilddrüsenkarzinomen während der letzten Jahrzehnte in 63 Ländern weltweit, so Prof. Helmut Schatz, Bochum, im Blog der DGE. Ausgewertet wurden zwei Datenbasen: Für die jährliche Inzidenz von Schilddrüsenkrebs zwischen 1980 und 2017 wurden Daten der „International Agency for Research on Cancer“ (IARC) herangezogen. Und für die jährlichen Mortalitätsraten von 1980 bis 2022 lieferte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Datenbasis.

Die Botschaft: Trotz weltweit steigender Diagnosen von Schilddrüsenkrebs sind die Mortalitätsdaten völlig unverändert. Das spricht für eine erhebliche Überdiagnostik. Diese betrifft vor allem papilläre Karzinome, die 70 bis 80 % aller Fälle von Schilddrüsenkrebs ausmachen.

Die neue Studie liefere ein weiteres Argument, sich Schilddrüsenknoten vorsichtig zu nähern, so heißt es im Blog der DGE. Papilläre Schilddrüsenkarzinome wachsen nur langsam, und das Risiko für Fernmetastasen ist gering. Deshalb müsse man keineswegs immer gleich lobektomieren, sondern könne erst einmal abwarten und den Verlauf beobachten. Schon seit Jahren werde kontrovers diskutiert, ob man kleine (< 1 cm), zytologisch und histologisch karzinomatöse Knoten, die zufällig in der Schilddrüse entdeckt werden, als „Krebs“ bezeichnen sollte. Oder sollte man nicht besser von „kleinen, papillären Läsionen“ sprechen? Die „American Thyroid Association“ (ATA) empfahl in ihren Leitlinien für papilläre Schilddrüsenkarzinome in der Therapie eine Deeskalation sogar für Knoten bis zu 4 cm.

Quelle: Medizinische Kurznachricht der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie vom 5. Dezember 2024

Bilderquelle: © Nenad – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Mikroskopische Aufnahme von Zellen des multiplen Myeloms, dargestellt in einer Färbung zur Identifikation von Zellstrukturen.

Neue Daten zu Ciltacabtagen Autoleucel aus der CARTITUDE-4-Studie

Kongressberichte

In der Wartezeit vor Gabe von Ciltacabtagen Autoleucel sollte laut einer spezifizierten Analyse der CARTITUDE-4-Daten beim Lenalidomid-refraktären multiplen Myelom eine Brückentherapie erfolgen, um die Ergebnisse der CAR-T-Zelltherapie zu optimieren.

Onkologie

Hämatoonkologie

Multiples Myelom

Beitrag lesen
hautausschlag mit roetungen an der schulter als symbolbild fuer das vexa-syndrom

VEXAS-Syndrom und Krebs: Nur die Spitze des Eisbergs?

Fachartikel

Chronische Entzündungen spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Krebs und tragen Schätzungen zufolge zu bis zu einem Viertel aller bösartigen Tumoren bei.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen
grafische darstellung von lungen mit mehreren farbig markierten tumorherden bei lungenkrebs

Stoffwechsel-Molekül Itaconat eröffnet neue Wege gegen Lungenkrebs

News

Gießener Forschende zeigen, dass das Molekül Itaconat Immunzellen umprogrammieren, Tumorzellen direkt angreifen und Lungenkrebswachstum stoppen kann und bremst so das Wachstum von Lungenkrebs in Mausmodellen und menschlichem Gewebe.

Onkologie

Lungenkarzinom

Beitrag lesen