Onkologie » Lungenkarzinom

»

Neue Daten zum CT-Screening bei Lungenkrebs

Neue Daten zum CT-Screening bei Lungenkrebs

News

Onkologie

Lungenkarzinom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Eine neue britische Studie untermauert den Nutzen eines CT-Screenings auf Lungenkrebs bei Risikopersonen. Bei jedem 50. Raucher wurde ein Lungenkarzinom entdeckt, und zwar in den allermeisten Fällen in einem Frühstadium mit guten Heilungschancen.

Die britische SUMMIT-Studie ist eine Implementierungsstudie, die im Vorfeld der Einführung eines CT-Sceenings auf Lungenkrebs dessen Nutzen überprüft. Die jetzt publizierten Daten sprechen für das neue risiko-adaptierte Screening-Konzept.
Die Studie wurde in Stadtbezirken von London durchgeführt, in denen viele Menschen unterschiedlicher Ethnien mit geringem Einkommen leben. Der Anteil von starken Rauchern ist in diesen Bezirken nachweislich hoch. Der Zigarettenkonsum der mehr als 12.000 Personen, die an der Screeningstudie teilnahmen, belief sich im Mittel auf 40,5 Packungsjahre.

Sensitivität von 97 %

Bei 618 der 12.733 Studienteilnehmer (4,8 %) lieferte die Niedrigdosis-Computertomographie einen verdächtigen Befund, in 261 dieser Fälle (42,2 %) wurde die Diagnose Lungenkrebs durch weitere Untersuchungen gesichert. Bei 207 der 261 – das sind 79,3 % – befand sich der Tumor zum Zeitpunkt seiner Entdeckung im Stadium I oder II, so dass realistische Heilungschancen bestanden. Laut Studienleiter Sam Janes vom University College London lag die Sensitivität des CT-Screenings auf Lungenkrebs 97,0 % . Die Spezifität betrug 95,2 % mit einer Rate falsch-positiver Ergebnisse von 4,8 %.

In Deutschland können Raucher und Ex-Raucher seit Juli 2024 unter gewissen Voraussetzungen die strahlungsarme CT-Untersuchung als Selbstzahlerleistung erhalten. Allgemeinmediziner, Internistinnen sowie Arbeitsmediziner dürfen zu diesem Screening beraten. „Wir gehen davon aus, dass im September 2025 eine entsprechende Richtlinie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss veröffentlicht wird und hoffen, dass im zweiten Quartal 2026 das Programm dann durch die gesetzliche Krankenversicherung auch entsprechend vergütet an den Start gehen kann“, erklärte. Prof. Torsten Gerriet Blum, Berlin, einer der Autoren des Kapitels zur Lungenkrebs-Früherkennung in der kürzlich publizierten „aktualisierten Living Guideline der S3-Leitlinien Lungenkarzinom“.

Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft vom 10. April 2025

Literatur: Bhamani A et al: Low-dose CT for lung cancer screening in a high-risk population (SUMMIT): a prospective, longitudinal cohort study. Lancet Oncol 2025, 26( 5): 609-619

Bilderquelle: © Vladislav – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

3D‑Darstellung einer violetten Zelle mit Bläschenstruktur im Hintergrund weiterer Zellen

Neue Schwachstelle in aggressivem Blutkrebs entdeckt

News

Kölner Forschende haben gezeigt, dass das Protein cFLIP Lymphomzellen vor dem Zelltod schützt. Wird es gezielt ausgeschaltet, könnten selbst therapieresistente DLBCL-Formen behandelbar werden.

Onkologie

Hämatoonkologie

Lymphome

Beitrag lesen
Digitale medizinische Darstellung einer Blase – Urologie und Blasengesundheit

Intensivierte Erstlinien-Erhaltung beim mUC im Kontext neuer Therapiesequenzen

Fachartikel

Die Therapielandschaft beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom befindet sich im Wandel. Mit zunehmender Etablierung von ADC-Immuntherapie-Kombinationen in der Erstlinie stellt sich die Frage nach der Rolle und Ausgestaltung der Erhaltungstherapie neu.

Onkologie

Urogenitale Tumoren

Urothel- und Blasenkarzinom

Beitrag lesen
Kind mit Brille in heller Umgebung blickt in die Kamera

Wie myeloische Leukämie bei Kindern mit Down-Syndrom entsteht

News

Kinder mit Down-Syndrom haben ein 150-fach erhöhtes Risiko, an myeloischer Leukämie zu erkranken. Ein internationales Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt, des Wellcome Sanger Institute und des Great Ormond Street Hospital hat nun erstmals die molekularen Schritte der Krebsentstehung nachgezeichnet, und mit dem Protein GATA1 einen vielversprechenden Ansatzpunkt für künftige Therapien identifiziert.

Onkologie

Hämatoonkologie

Leukämien und MDS

Beitrag lesen