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Neue Klassifikation standardisiert Hirntumoroperationen

Neurochirurgen führen eine Hirntumor-Operation unter einem hochmodernen Operationsmikroskop durch

Quelle: © romaset – stock.adobe.com

Neue Klassifikation standardisiert Hirntumoroperationen

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: ärztliches journal onkologie

Internationale Studie entwickelt System zur Bewertung von Operationsergebnissen bei Gehirntumoren. Die neue RANO-Klassifikation verbessert die chirurgische Entscheidungsfindung und Forschung.

Wer an einem IDH-mutierten Gliom ZNS WHO-Grad 2 erkrankt, wird in der Regel zunächst operativ behandelt. Ziel ist es, möglichst viel Tumorgewebe zu entfernen, ohne wichtige Hirnfunktionen zu gefährden. Weil sich Operationsergebnisse erst nach Jahren zeigen, fehlte bisher eine klare Datenlage, was zu unterschiedlichen Herangehensweisen geführt hat. „Das liegt einerseits daran, dass sehr sorgfältig zwischen einem möglichen Überlebensvorteil und der Verhinderung neurologischer Defizite abgewogen werden muss. Zudem fehlten bislang klare Kriterien zur Einschätzung des operativen Risikos, sodass Therapieempfehlungen zwischen einer möglichst geringen Gewebeentnahme zu diagnostischen Zwecken und der Entfernung von möglichst viel Tumorgewebe reichen“, erklärt Prof. Dr. Oliver Schnell, Direktor der Neurochirurgischen Klinik des Uniklinikums Erlangen.

Neue Grundlage für die Bewertung von Operationsergebnissen

Um die therapeutischen Entscheidungen stärker zu vereinheitlichen, hat die RANO Working Group eine große internationale Studie durchgeführt und Daten von 1.391 Patientinnen und Patienten aus 16 neuroonkologischen Spitzenzentren ausgewertet.

Auf Basis der umfangreichen Datensammlung kategorisiert die neue RANO-Klassifikation das Operationsausmaß anhand des Tumorvolumens, das nach der Operation in einer speziellen MRT-Sequenz (T2-FLAIR) sichtbar bleibt. „Es gab bisher keine gemeinsame Sprache, um Operationsergebnisse zu beschreiben“, sagt PD Dr. Philipp Karschnia, Funktionsoberarzt der Neurochirurgie des Uniklinikums Erlangen. „Die neue Klassifikation schafft hier Klarheit, weil sie sich allein am verbliebenen Tumorgewebe orientiert.“

Weniger Resttumor bedeutet längeres Überleben

Die Analyse der RANO Working Group zeigt: Ein geringes Resttumorvolumen nach der initialen Operation ist einer der wichtigsten Faktoren für den weiteren Krankheitsverlauf. Auch bei Oligodendrogliomen, die insgesamt günstiger verlaufen und eine hohe Sensitivität gegenüber Chemo- und Radiotherapie aufweisen, zeigt sich ein positiver Effekt durch eine möglichst vollständige Tumorentfernung. „Dass selbst nachfolgende Behandlungen wie Chemo- oder Strahlentherapie den Einfluss der Operation nicht ersetzen können, hat uns überrascht“, sagt PD Dr. Karschnia.

International überprüft und breit einsetzbar

In einer unabhängigen Patientengruppe der University of California in San Francisco wurden die Ergebnisse bestätigt. Die neue Klassifikation unterstützt damit eine präzisere chirurgische Entscheidungsfindung und erleichtert zukünftige Studien: „Die neue RANO-Klassifikation ist ein Meilenstein, der die neuroonkologische Forschung und Versorgung nachhaltig stärken wird“, so Prof. Schnell.

Die Response Assessment in Neuro-Oncology (RANO) Working Group ist ein internationaler, multidisziplinärer Zusammenschluss von Fachpersonen verschiedener Disziplinen, der seit über einem Jahrzehnt standardisierte Kriterien für die Beurteilung von Hirntumoren entwickelt. Aus Erlangen waren Prof. Schnell und PD Dr. Karschnia, der die chirurgische Fokusgruppe der RANO Working Group seit 2024 leitet, Dr. Nico Teske sowie Alfred Gramelt aus der Neurochirurgie des Uniklinikums Erlangen an der Studie beteiligt.

Quelle: Pressemitteilung Uniklinikum Erlangen

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