Seit Anfang 2026 läuft RELEVANT (ETAL-5) – die derzeit größte in Deutschland rekrutierende Studie zu Stammzelltransplantationen bei Akuter Myeloischer Leukämie (AML) und Myelodysplastischem Syndrom (MDS). Geleitet von Forschenden aus Dresden und Kiel, zielt sie darauf ab, Behandlung und Langzeitüberleben für ältere und vorerkrankte Patient*innen zu verbessern.
Zwei Verfahren im direkten Vergleich
Unter der Leitung von Prof. Friedrich Stölzel (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel) sowie Dr. Désirée Kunadt und Prof. Christoph Röllig (Universitätsklinikum Dresden) werden zwei Transplantationsverfahren miteinander verglichen, die Patient*innen mit AML oder MDS vor einer Stammzelltransplantation erhalten.
„Für die meisten Erkrankten ist die Transplantation die einzige Chance auf eine Heilung des Blutkrebses, weshalb wir die am besten geeignete Behandlungsmethode identifizieren müssen”, erklärt Prof. Röllig.
Treosulfan oder Melphalan – was wirkt besser?
Die Forschenden vergleichen zwei international anerkannte Chemotherapie-basierte Regime: die in Deutschland entwickelte Kombination mit Treosulfan und die weltweit verbreitete Kombination mit Melphalan.
„Bislang fehlen uns Daten darüber, ob die Therapie mit Treosulfan oder Melphalan verträglicher beziehungsweise wirksamer ist. Deshalb ist ein direkter Vergleich in einer prospektiv randomisierten Studie so wichtig”, erläutert Prof. Stölzel.
Fokus auf ältere und vorerkrankte Patient*innen
Die Studie richtet sich gezielt an Personen über 50 Jahren sowie an Patient*innen mit Begleiterkrankungen, für die eine Stammzelltransplantation mit einem erhöhten Risiko verbunden ist.
„Mit den Ergebnissen wollen wir in erster Linie das Überleben für besonders gefährdete Patientengruppen verbessern sowie langfristig die Sicherheit und Wirksamkeit der allogenen Stammzelltransplantation optimieren”, sagt Dr. Kunadt.
Studie: Bei RELEVANT (ETAL-5) handelt es sich um eine randomisierte Phase-2-Studie (IIT) im Rahmen der allogenen Stammzelltransplantation für erwachsene Patient*innen mit AML oder MDS in die insgesamt deutschlandweit 220 Patient*innen eingeschlossen werden sollen. Die Rekrutierung hat gerade begonnen.
Unterstützt wird die Studie von der medac GmbH und der Technischen Universität Dresden.
Quelle: Pressemitteilung der Technischen Universität Dresden (TU) vom 25.02.2026



