Onkologie » Sarkome

»

TCR-T-Zelltherapie ermutigend bei soliden Tumoren

Darstellung von T-Zell-Rezeptor-modifizierten T-Zellen (TCR-T-Zellen) mit tumorspezifischen Rezeptoren zur Behandlung solider Tumoren.

TCR-T-Zelltherapie ermutigend bei soliden Tumoren

News

Onkologie

Sarkome

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Eine internationalen Forschungsgruppe unter Leitung von Martin Wermke, Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden, hat mit einer neuartigen Zelltherapie in einer klinischen Phase-1-Studie bei fortgeschrittenen soliden Tumoren ermutigende Ergebnisse erzielt. Sie wurden in Nature Medicine publiziert.

T-Zell Rezeptor-modifizierte T-Zellen (TCR-T-Zellen) sind gentechnisch so verändert, dass sie Tumor-spezifische Eiweiße erkennen und anpeilen, und die Tumorzellen anschließend attackieren. Die getestete Therapie namens IMA203 richtet sich gegen das Eiweiß PRAME, das nahezu ausschließlich von malignen Tumoren gebildet wird. U.a. ist dieses Protein beim Melanom, bei Eierstockkrebs, Sarkomen und Lungenkrebs exprimiert.

Die Forschergruppe führte in einer off yc enen Phase-1-Studie bei 40 Patient:innen mit unterschiedlichen soliden Tumoren im fortgeschrittenen Stadium eine Therapie mit TCR-T-Zellen durch. In den meisten Fällen handelte es sich um Melanome, einige Patient:innen litten an Synovialsarkomen, Plattenepithelkarzinomen im Kopf/Halsbereich bzw. einem Ovarialkarzinom. Die Patienten hatten vorher im Mittel vier systemische Therapien erhalten – ohne durchschlagenden Erfolg.

Auf die IMA203-Therapie sprach gut die Hälfte der Patienten an, die Mehrzahl von ihnen über einen Zeitraum von mehr acht Monaten. Die Zelltherapie sei gut verträglich gewesen. Nebenwirkungen wie Fieber oder Hautausschlag waren meist nicht schwer und traten nur vorübergehend auf.

„Anhand dieser Ergebnisse können wir von einem Durchbruch sprechen“, sagt Studienleiter Martin Wermke. „Die Wirksamkeit von IMA203 geht weit über das hinaus, was wir mit unseren derzeitigen Chemo- und Immuntherapien erreichen können.“ Das betreffe die Ansprechrate ebenso wie die Dauer der erzielten Remission. Einige Patient:innen seien inzwischen bereits mehr als zwei Jahre ohne Rezidiv.

Eine größere Studie mit IMA203 beim therapierefraktären Melanom ist geplant. Weitere Zelltherapien werden am NCT/UCC Dresden u.a. bei Lungenkrebs erprobt.
Erste Zulassungen bei soliden Tumoren werden in absehbarer Zeit angestrebt.

Pressemitteilung der Technischen Universität Dresden vom 25. April 2025

Literatur: Wermke M et al: Autologous T cell therapy for PRAME+ advanced solid tumors in HLA-A*02+ patients: a phase 1 trial. Nat Med 2025

Bilderquelle: © Martin Wermke)

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Mikroskopische Aufnahme von Zellen des multiplen Myeloms, dargestellt in einer Färbung zur Identifikation von Zellstrukturen.

Neue Daten zu Ciltacabtagen Autoleucel aus der CARTITUDE-4-Studie

Kongressberichte

In der Wartezeit vor Gabe von Ciltacabtagen Autoleucel sollte laut einer spezifizierten Analyse der CARTITUDE-4-Daten beim Lenalidomid-refraktären multiplen Myelom eine Brückentherapie erfolgen, um die Ergebnisse der CAR-T-Zelltherapie zu optimieren.

Onkologie

Hämatoonkologie

Multiples Myelom

Beitrag lesen
hautausschlag mit roetungen an der schulter als symbolbild fuer das vexa-syndrom

VEXAS-Syndrom und Krebs: Nur die Spitze des Eisbergs?

Fachartikel

Chronische Entzündungen spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Krebs und tragen Schätzungen zufolge zu bis zu einem Viertel aller bösartigen Tumoren bei.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen
grafische darstellung von lungen mit mehreren farbig markierten tumorherden bei lungenkrebs

Stoffwechsel-Molekül Itaconat eröffnet neue Wege gegen Lungenkrebs

News

Gießener Forschende zeigen, dass das Molekül Itaconat Immunzellen umprogrammieren, Tumorzellen direkt angreifen und Lungenkrebswachstum stoppen kann und bremst so das Wachstum von Lungenkrebs in Mausmodellen und menschlichem Gewebe.

Onkologie

Lungenkarzinom

Beitrag lesen