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VM Retina Meeting für Netzhautchirurgen feiert Premiere in München  

Skyline von München

Quelle: Adobe Stock / Engel.ac

VM Retina Meeting für Netzhautchirurgen feiert Premiere in München  

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Vor zwei Jahren wurde es in Verona gegründet, nun findet das VM Retina Meeting erstmals in München statt. Unter dem Motto „Connecting retina specialists“ laden Prof. Dr. Siegfried Priglinger und Dr. Grazia Pertile vom 16. bis 18. April 2026 zum internationalen fachlichen Austausch ein. Der interaktive Gipfel mit Live-Surgery und praktischem Fokus soll künftig wechselnd in beiden Metropolen stattfinden. Für Concept Ophthalmologie gab Prof. Dr. Siegfried Priglinger als Gastgeber Einblick in Besonderheiten und Themenschwerpunkte.  

Concept Ophthalmologie: Das Verona Munich Retina Meeting ist noch recht neu im ophthalmologischen Kalender.  Was war Ihr Anliegen hinter der Gründung der Tagung? 

Prof. Dr. Siegfried Priglinger: Das VM Retina Meeting wurde mit dem Ziel gegründet, exzellente Netzhautchirurgie, Innovation und offene Diskussion auf höchstem Niveau zusammenzubringen. Gemeinsam mit Dr. Grazia Pertile möchte ich aufbauend auf der Tradition des Frankfurt Retina Meetings ein Format schaffen, das klinische Erfahrung, neueste Technologien und kritisches Hinterfragen konsequent verbindet – jenseits der klassischen Kongressstrukturen. 

Was sind besondere Blickwinkel und Formate, die es nur hier gibt? 

Unser Alleinstellungsmerkmal ist die konsequente Interaktivität: Es wird Live Surgery und Near-Live-Videos geben, „Hot Seat“-Formate und strukturierte Panels und Sessions wie „What I have changed / stopped doing“ oder „Retinaws“. Hier werden wir nicht nur zeigen, was im OP funktioniert, sondern auch wo die Grenzen liegen, wo Fehler passieren und wie sich Strategien ändern.

 

Warum sollte man als OperateurIn das VM Retina Meeting unbedingt im Terminkalender haben? 

Weil es ein Meeting von Operierenden für Operierende ist. Unser Fokus liegt klar auf praktischer Entscheidungsfindung, auf Timing, Technik, Komplikationsmanagement und Innovationen, die sich tatsächlich im OP-Alltag bewähren. Marketing oder bloße Theorie reichen in der Realität oft nicht aus. 

Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen? Welche Themen bringt Dr. Grazia Pertile mit ein? 

Mir persönlich sind besonders wichtig: 

  • Die Unmet Needs der Netzhautchirurgie 
  • Live- und Near-Live-Surgery 
  • Innovationen wie Robotik, KI und neue chirurgische Zugangswege 
  • Gentherapie und neue Pharmakotherapien 

Dr. Grazia Pertile bringt ihre enorme Expertise vor allem in der komplexen Netzhautchirurgie mit ein. Sie wird Live Surgery durchführen, über ihre Erfahrungen mit High Myopia berichten und kennt sich auch mit Nachhaltigkeits-Themen bestens aus, was zum Beispiel Gasverbrauch und Umweltaspekte betrifft.  

Wie war die Resonanz auf das erste VM Retina Meeting und wie entwickeln Sie die Erfolgsgeschichte weiter?

 

Die Resonanz auf das erste VM Retina Meeting war außerordentlich positiv. Es gab eine hohe internationale Beteiligung von mehreren hundert aktiven Operateuren, lebhafte Diskussionen und sehr direkte Rückmeldungen wie: „endlich ein Meeting, bei dem ehrlich diskutiert wird!“. Diese Dynamik führen wir nun weiter, mit einem noch stärkeren Fokus auf Innovation, Interaktion und internationale Perspektiven. Viele Referenten haben uns schon beim letzten Mal gefragt, ob sie wiederkommen dürfen – solches Feedback freut uns natürlich sehr. 

Was sind die größten „Unmet Needs“ der Netzhautchirurgie und wie wird das Panel darauf eingehen? 

Zu den größten offenen Fragen zählen:  

  • Wie können wir Prognosen besser abschätzen? Welche Biomarker oder KI könnten dabei helfen?  
  • Wie machen wir die Chirurgie noch sicherer und präziser? 
  • Wie gehen wir mit Komplexität und Komplikationen um? 
  • Wie können wir die Behandlungslast reduzieren?  –  z. B. bei AMD oder DR.  

Genau diese Themen greifen wir gezielt auf – interdisziplinär, kritisch und praxisnah.

 

Welche Sessions werden mit besonderer Spannung erwartet? 

Zu unserem Meeting kommt das Who ist Who der internationalen Netzhautchirurgie, aus Europa, Asien und den USA, um ihre persönlichen Strategien offen zu legen und sich auszutauschen. Die Live- und Near-Live-Surgery-Sessions werden deshalb ein besonderer Höhepunkt sein, ebenso die Beiträge zur Robotik, KI und Gentherapie. Die Session „What I have changed / stopped doing“ wird Tricks und Kniffe thematisieren, z. B. bei der ILM-Peeling Technik, beim Tamponadeeinsatz, beim Timing von Eingriffen oder beim bewussten Weglassen von Routine-Schritten. Genau diese Feinheiten werden dort offen diskutiert. 

Welche Rolle werden Robotik und KI Ihrer Ansicht nach in der Netzhautmedizin der Zukunft spielen? 

Robotik und KI werden die Netzhautmedizin in Zukunft präziser, sicherer und planbarer machen, aber nicht ersetzen. Beim VM Retina Meeting erfahren wir deshalb mehr über robotische Assistenzsysteme und die KI-gestützte Bildanalyse. Außerdem werden wir Entscheidungsunterstützung im OP und in der Nachsorge thematisieren.  

Worin liegt das Zukunftspotential von Start Up-Lösungen? 

Start-ups treiben Innovation oft schneller und mutiger voran als etablierte Strukturen. Sie liefern neue neue Denkansätze zur Drug Delivery, Visualisierung, Diagnostik und auch bei den vitrealen Ersatzstoffen. Das VM Retina Meeting bietet ihnen deshalb bewusst eine Bühne – damit sie in den kritischen Dialog mit erfahrenen ChirurgInnen treten können. 

Wie viele Teilnehmende werden erwartet? 

2024, beim ersten Treffen in Verona waren mehrere hundert internationale Teilnehmende, mit starkem Fokus auf aktive NetzhautchirurgInnen und Meinungsbildner. Wir sind gespannt, wie viele wir im April in München begrüßen dürfen.  

Die Fragen stellte Rosemarie Frühauf.  

Mehr Infos unter vm-retina.com. 

Erschienen in Concept Ophthalmologie 2-2026.

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