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Andrologie-Pionier Professor Eberhard Nieschlag verstorben

Ein Mann mit großer Expertise und mit Humor: Prof. Eberhard Nieschlag, hier mit seinem in der CeRA-Bibliothek hängenden Porträt (Foto: Uni MS/P. Leßmann)

Andrologie-Pionier Professor Eberhard Nieschlag verstorben

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Erschienen in: UroForum

Wie das Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA) der Universität Münster mitteilte, ist Professor Eberhard Nieschlag am 28. Februar 2025 verstorben. Eberhard Nieschlag galt nicht nur als renommierter Forscher und engagierter Hochschullehrer, sondern insbesondre auch als Pionier der Andrologie, deren Feld er weltweit nachhaltig prägte und gestaltete.

Akademischer und beruflicher Werdegang

Eberhard Nieschlag wurde am 16. Juli 1941 in Bad Godesberg geboren. Nach dem Abitur studierte er Medizin an der Universität Bonn und erwarb dort 1967 den Doktorgrad. Als junger Forscher erhielt er weiteres Training in der Abteilung für Biochemie der Universität Köln, am University College London und an der Clinical Embryology Unit des Medical Research Council in Edinburgh, UK, bevor er in die Abteilung für Klinische Endokrinologie an der Universität Mainz kam.

Nachdem er 1971-1972 in der USA am NIH Reproductive Research Brand in Bethesda, MD, arbeitete, führte ihn sein Berufsweg 1972 an die Universität Düsseldorf. Hier wurde er Facharzt für Innere Medizin und habilitierte 1976 in Innerer Medizin. Auch danach qualifizierte sich Eberhard Nieschlag stetig weiter. 1977 wurde er zusätzlich Facharzt für Endokrinologie sowie 2005 einer der ersten in Deutschland zertifizierten Andrologen.

Immenser Einfluss auf die Andrologie 

An der Universität Münster arbeitete Professor Nieschlag ab 1976 kontinuierlich im Feld der männlichen Endokrinologie und Reproduktion. Zunächst leitete er die Abteilung für Experimentelle Endokrinologie an der Frauenklinik. Mit der Stoßrichtung der Translation entstand die Klinische Forschergruppe in Reproduktionsmedizin, als deren Direktor Professor Nieschlag von 1980 bis 1988 wirkte. Der Erfolg des Teams führte zur Gründung des Instituts für Reproduktionsmedizin (IRM), das wiederum zum Nukleus des heutigen CeRA wurde und das Nieschlag bis zur Emeritierung 2007 leitete.

Eberhard Nieschlags Einfluss auf die Andrologie war immens. Er prägte und gestaltete das Feld der Andrologie weltweit. Das IRM erbrachte unter seiner Ägide exzellente und global einzigartige Leistungen in Forschung und Behandlung. 1987 erhielt es von der WHO den Status eines Kollaborationszentrums für männliche Reproduktion. Professor Nieschlag harmonisierte Diagnosewege, propagierte evidenzbasierte Medizin und entwickelte Strategien für die hormonelle männliche Kontrazeption. Als erster Androloge überhaupt ergänzte er die andrologische Klinik mit einem IVF-Zentrum, um infertilen Männern durch das ICSI-Verfahren eine Vaterschaft zu ermöglichen. 

Hohe Anerkennung als Wissenschaftler

Eberhard Nieschlag publizierte mehr als 850 wissenschaftliche Artikel, mehr als 300 Buchkapitel und 14 Bücher, darunter ein Standardwerk der Andrologie. Seine Anerkennung in der Wissenschaft spiegelt sich außerdem in einer Vielzahl von Auszeichnungen und Ehrungen wider. Unter anderem erhielt er den hoch dotierten Ernst-Jung-Preis, das Bundesverdienstkreuz und die Ehrendoktorwürde der Universität Lodz. Sieben deutsche und internationale Fachgesellschaften machten ihn zu ihrem Ehrenmitglied; die American Society of Andrology ernannte ihn 2021 außerdem zum „Grandmaster of Testosterone“. Professor Nieschlag war selbst Initiator mehrerer Fachgesellschaften; fünf wählten ihn zu ihrem Präsidenten. Darüber hinaus engagierte er sich in den Gremien seiner Fakultät und Universität.

Die Universität Münster verliert mit Eberhard Nieschlag einen seiner renommiertesten Forscher, einen engagierten Hochschullehrer, einen hoch geschätzten Kollegen und einen Menschen, der sich bleibende Verdienste um die Wissenschaft an der Medizinischen Fakultät erworben hat.

Gemeinsam mit der Universität und der Familie bereitet seine frühere Wirkungsstätte eine Gedenkveranstaltung zu Ehren von Eberhard Nieschlag vor. Diese wird stattfinden am Samstag, 17. Mai 2025, 11.00 Uhr, in Münster. Für weitere Informationen und eine Registrierung kontaktieren Sie bitte das CeRA (Tel. 0251-83-56099, Ursula.Rueschhoff@ukmuenster.de).

Quelle: Pressemitteilungen der medizinischen Fakultät der Universität Münster (PM vom 28.02.2025, PM vom 14.03.2025)

Bildquelle:© Uni MS/P. Leßmann

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