Urologie » Urogenitale Tumoren » Prostatakarzinom

»

Finger weg: Digitale rektale Untersuchung versagt in neuer Studie

Rektale Untersuchung versagt

Finger weg: Digitale rektale Untersuchung versagt in neuer Studie

News

Urologie

Urogenitale Tumoren

Prostatakarzinom

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Wissenschaftler warnen davor, dass eine gängige Methode zur Erkennung von Prostatakrebs als alleiniges Screening-Tool möglicherweise nicht genau genug ist.

Rektale Untersuchung versagt
Laut einer Studie, kann durch die oft angewendete Untersuchung der Prostata durch Fingerprüfung Krebs im Frühstadium oft nicht erkannt werden (Foto © adobestock – Pixel-Shot)

Die digitale rektale Untersuchung wird von medizinischen Fachkräften häufig zur Untersuchung der Prostata durch Fingerprüfung auf ungewöhnliche Schwellungen oder Knoten im Rektum als erste Kontrolle auf Anzeichen von Prostatakrebs bei Männern verwendet. In einigen Ländern, wie Deutschland, ist dies die einzige Methode, die in einem nationalen Screening-Programm für die Krankheit verwendet wird.

Eine neue Studie des PROBASE-Trials, koordiniert am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, legt jedoch nahe, dass die Technik viele Krebsarten in ihren frühen Stadien verpassen könnte. Die Forscher fordern daher, dass andere Testmethoden für das Screening verwendet werden sollten, da die DRE einfach nicht empfindlich genug ist, um frühzeitig Krebs zu erkennen. Die Forschungsergebnisse wurden auf dem jährlichen Kongress der Europäischen Urologenvereinigung in Mailand vorgestellt.

PROBASE-Studie

Der PROBASE-Trial ist eine multizentrische deutsche Prostatakrebs-Screening-Studie an vier Universitätsstandorten (TU München, Hannover, Heidelberg, Düsseldorf) und umfasst 46.495 Männer im Alter von 45 Jahren, die zwischen 2014 und 2019 eingeschrieben wurden. Die Männer wurden seither nach dem Screening weiter beobachtet, um ihre Gesundheit in den Jahren danach zu beurteilen. Letztendlich haben nur drei Männer von 6.537, die digitale rektale Untersuchung unterzogen wurden, Krebs. Im Vergleich zur Erkennungsrate mit anderen Methoden wie einem PSA-Test war die Erkennungsrate bei Verwendung der digitalen rektalen Untersuchung deutlich niedriger.

Warum versagt die DER-Methode?

Die Forscher glauben, dass die digitale rektale Untersuchung möglicherweise aus mehreren Gründen versagt, insbesondere bei jüngeren Männern, da die Veränderungen im Prostatagewebe zu gering sein können, um mit dem Finger erkannt zu werden. Darüber hinaus treten einige Krebsarten in einem Teil der Prostata auf, der mit dem Finger nicht leicht erreichbar ist. Die Forscher fordern daher eine umfassende Verwendung von PSA-Tests und MRT-Scans als Teil von Screening-Programmen, anstatt die DRE-Methode allein zu verwenden.

Quelle: EurekAlert! (>>zur Pressemitteilung)

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person im weissen Kittel haelt Medikamentenpackungen vor einem Regal in einer Apotheke, Symbolbild fuer venoese Blutentnahmen in Apotheken und Kritik des Spitzenverbands der Fachaerzte

Spitzenverband Fachärzte kritisiert venöse Blutentnahmen in Apotheken

Berufspolitik

Am Freitag hat der Deutsche Bundestag das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) beschlossen. Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) kritisiert, dass es Apotheken künftig erlaubt ist, venöse Blutentnahmen anzubieten.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen
Der DKG-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß sieht die Krisenfestigkeit der Krankenhäuser aufgrund des GKV-Spargesetzes gefährdet. © DKG/Lopata

Zukunftsforum: DKG warnt vor Kliniksterben bis 2030

Berufspolitik

Mit ihrem Zukunftsforum Krankenhaus in Berlin hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) die Frage in den Mittelpunkt gestellt, wie resilient und krisenfest ein Gesundheitssystem unter massivem wirtschaftlichem Druck überhaupt noch sein kann. Dabei hat die drohende wirtschaftliche Schieflage die Prognose deutlich verschlechtert.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen
Unter der Moderation von Annika de Buhr (l.) diskutierten (v.l.) der GeSRU-Vorsitzende Dr. Nadim Moharam, die DGU-Präsidentin Prof. Susanne Krege, der BvDU-Präsident Dr. Axel Belusa, Prof. Rainer Petzina, Rektor der MSH Medical School Hamburg, Dr. Elmar Mehring, Bundesärztekammer, sowie DGU-Generalsekretär Prof. Max Burger über die schwierige Lage der Weiterbildung im Umfeld des GKV-Spargesetzes. (© Runkel)

Parlamentarischer DGU-Abend: Weiterbildung in Zeiten der Rotstift-Politik

Uroskop

Nichts prägt die aktuelle Lage im Gesundheitssystem mehr als der Mangel. Es geht um zu wenig Nachwuchs, zu wenige Stellen und zu wenig Finanzierung im Umkreis des GKV-Spargesetzes. Darüber diskutierten die Teilnehmer des Parlamentarischen Abends der DGU am Mittwoch in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin. Der Fokus lag auf der Zukunft der Weiterbildung, die zunehmend trist erscheint.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen