Die KBV-Arztzahlstatistik zählt aktuell 3.605 Urologinnen und Urologen als Vertragsärzte. Gegenüber 2024 bedeutet dies ein leichtes Plus von 0,6%. Die Zahl der Vertragsärzte insgesamt ist danach im vergangenen Jahr auf 191.875 (+1,2 %) gestiegen.
Immer mehr Vertragsärzte bevorzugen eine Anstellung oder Teilzeitbeschäftigung. Zudem gibt es mittlerweile mehr Ärztinnen als Ärzte in der ambulanten Versorgung. Und trotz einer zunehmenden Zahl an Medizinern wird die Zeit für die Patientenversorgung knapper. Das geht aus der Arztzahlstatistik der KBV für 2025 hervor. Im vorigen Jahr arbeiteten mehr als 70.000 in Teilzeit. Setzt sich die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre unverändert fort, würde ab 2039 die Mehrheit der Ärzte verkürzt arbeiten. Das heißt: Um die rund 25.000 vollzeittätigen Ärzte zu ersetzen, die in den kommenden 20 Jahren der ambulanten Versorgung fehlen werden, bräuchte es rund 50.000 Nachfolger.

Gleichzeitig verstetigte sich im Berichtszeitraum der Trend zur Anstellung. Zwar waren 2025 rund 130.000 Ärzte in eigener Praxis tätig, die Zahl der Angestellten lag jedoch mittlerweile bei knapp 60.000. Im Jahr zuvor waren es rund 55.600. Positiv ist, die Ärzteschaft hat sich leicht verjüngt. Das Durchschnittsalter lag im Jahr 2025 bei 53,9 Jahren. Die jüngste Fachgruppe stellten dabei die Kinder- und Jugendpsychotherapeuten mit durchschnittlich 50,8 Jahren dar.
Angesichts der Entwicklungen fordert der Vorstand der KBV die Politik zum Handeln auf. Nötig seien attraktive Rahmenbedingungen anstatt unausgereifter Sparvorschläge oder zusätzlicher Belastungen, die die Niedergelassenen verschreckten, betonte der KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. „Die zur Verfügung stehende Arztzeit bleibt begrenzt und viele junge Ärztinnen und Ärzte tendieren zur Anstellung oder Teilzeit.“ Diese Entwicklung müsse ernstgenommen werden. Denn ohne die Praxen laufe in der Gesundheitsversorgung so gut wie nichts.
Franz-Günter Runkel



