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Prostatakrebs: Urintest statt unnötige Biopsien?

Prostatakrebs: Urintest statt unnötige Biopsien?

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Erschienen in: UroForum

Ein Urintest erweist sich als sehr genau bei der Erkennung von aggressivem Prostatakrebs mit wenigen falsch-negativen Ergebnissen. Fast jede dritte Biopsie wäre mit diesem Test unnötig gewesen.

Der Urintest mit dem Namen MyProstateScore-Test weist krebsspezifische Gene im Urin eines Patienten nach. Der Test basiert auf Forschungsergebnissen wonach die Hälfte aller Prostatatumoren eine bestimmte genetische Anomalie aufweisen. Bei dieser Anomalie sind die Gene TMPRSS2 und ERG auf einem Chromosom verschoben und miteinander verschmolzen. Dadurch entsteht eine Art „An-Schalter“ für die Entwicklung von Prostatakrebs.

Eine Urinprobe. Ein Urintest erweist sich als sehr genau bei der Erkennung von aggressivem Prostatakrebs.
Abb.: Ein Urintest erweist sich als sehr genau bei der Erkennung von aggressivem Prostatakrebs.

Laut den Autoren soll der Urin-Test sekundär zum Einsatz kommen und würde den Einsatz von kostspieligeren (MRT-Scans) und invasiveren Verfahren (transrektale Biopsie) nach dem PSA-Screening reduzieren.

Der Test zeigte überzeugende Ergebnisse in einer Validierungsstudie. Bei 1.525 Patienten wurde eine Biopsie durchgeführt. Eine Krebserkrankung wurde bei 338 (22 %) entdeckt, die Grad 2 oder höher war, d. h. sie war ernst genug, um eine sofortige Behandlung zu rechtfertigen. Hätte der MyProstateScore-Test den Patienten in der Studie zur Verfügung gestanden, hätten 387 (33 %) Biopsien, bei denen kein oder nur langsam wachsender Krebs gefunden wurde, vermieden werden können, so die Studie. Der Test hatte nur 10-mal (3 %) einen klinisch relevanten Krebs übersehen, der eine sofortige Behandlung gerechtfertigt hätte.

Quelle: Pressemitteilung University of Michigan (>>zur Pressemitteilung)

Literatur: https://doi.org/10.1097/JU.0000000000001430

Bildquelle:© Giovanni Cancemi stock.adobe.com

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