Onkologie » Hämatoonkologie » Lymphome

»

POLARIX-Studie: pola-R-CHP-Kombination reduziert relatives Risiko für Fortschreiten der DLBCL-Erkrankung, Rezidiv oder Tod versus R-CHOP um 27%

POLARIX-Studie: pola-R-CHP-Kombination reduziert relatives Risiko für Fortschreiten der DLBCL-Erkrankung, Rezidiv oder Tod versus R-CHOP um 27%

News

Onkologie

Hämatoonkologie

Lymphome

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Die internationale, randomisierte, doppelblinde und Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie POLARIX (NCT03274492) vergleicht das gegen CD79b gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Polatuzumab Vedotin in Kombination mit Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison (Pola-R-CHP) bei zuvor unbehandeltem diffus-großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) (Internationaler Prognoseindex [IPI] 2–5) mit dem Standard R-CHOP (R-CHP plus Vincristin).

Die Studienmedikation bestand aus 6 Zyklen pola-R-CHP (mit einem Vincristin-Placebo) oder R-CHOP (mit einem Polatuzumab-Vedotin-Placebo) sowie 2 zusätzlichen Zyklen Rituximab. Polatuzumab Vedotin wurde in einer Dosierung von 1,8 mg/kg, Vincristin 1,4 mg/m² an Tag 1 plus Rituximab i.v. 375 mg/m2, Cyclophosphamid 750 mg/m², Doxorubicin 50 mg/m² und Placebo an Tag 1 und orales Prednison 100 mg einmal täglich an den Tagen 1–5 verabreicht. Der primäre Endpunkt war das vom Prüfarzt beurteilte progressionsfreie Überleben (PFS).

Insgesamt wurden 879 Patienten im mittleren Alter von 65 Jahren randomisiert (pola-R-CHP: n = 440, R-CHOP: n = 439). Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 28,2 Monaten war das PFS unter pola-R-CHP besser als unter R-CHOP (Hazard Ratio [HR] 0,73; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,57–0,95; p < 0,02). Die 2-Jahres-PFS-Rate betrug 76,7 % unter pola-R-CHP versus 70,2 % mit R-CHOP. Beim Gesamtüberleben (OS) war kein signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen nachzuweisen (p = 0,75). Das Sicherheitsprofil war bei pola-R-CHP im Vergleich zu R-CHOP vergleichbar, einschließlich der Raten unerwünschter Ereignisse des Grades 3–4, schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen und unerwünschten Ereignissen, die zu einer Dosisreduktion führten.

Damit reduzierte die pola-R-CHP-Kombination das relative Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung, einen Rückfall oder den Tod um 27 % im Vergleich zu R-CHOP und wies ein ähnliches Sicherheitsprofil bei der Erstlinienbehandlung von Patienten mit DLBCL auf.

Autorin: Dr. Katrina Recker

Quelle: Tilly H et al. The POLARIX Study: Polatuzumab Vedotin with Rituximab, Cyclophosphamide, Doxorubicin, and Prednisone (pola-R-CHP) Versus Rituximab, Cyclophosphamide, Doxorubicin, Vincristine and Prednisone (R-CHOP) Therapy in Patients with Previously Untreated Diffuse Large B-Cell Lymphoma. LBA-1, Late Breaking Abstract Session, ASH 2021

Bilderquelle: © Love Employee – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

3D‑Darstellung einer violetten Zelle mit Bläschenstruktur im Hintergrund weiterer Zellen

Neue Schwachstelle in aggressivem Blutkrebs entdeckt

News

Kölner Forschende haben gezeigt, dass das Protein cFLIP Lymphomzellen vor dem Zelltod schützt. Wird es gezielt ausgeschaltet, könnten selbst therapieresistente DLBCL-Formen behandelbar werden.

Onkologie

Hämatoonkologie

Lymphome

Beitrag lesen
Digitale medizinische Darstellung einer Blase – Urologie und Blasengesundheit

Intensivierte Erstlinien-Erhaltung beim mUC im Kontext neuer Therapiesequenzen

Fachartikel

Die Therapielandschaft beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom befindet sich im Wandel. Mit zunehmender Etablierung von ADC-Immuntherapie-Kombinationen in der Erstlinie stellt sich die Frage nach der Rolle und Ausgestaltung der Erhaltungstherapie neu.

Onkologie

Urogenitale Tumoren

Urothel- und Blasenkarzinom

Beitrag lesen
Kind mit Brille in heller Umgebung blickt in die Kamera

Wie myeloische Leukämie bei Kindern mit Down-Syndrom entsteht

News

Kinder mit Down-Syndrom haben ein 150-fach erhöhtes Risiko, an myeloischer Leukämie zu erkranken. Ein internationales Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt, des Wellcome Sanger Institute und des Great Ormond Street Hospital hat nun erstmals die molekularen Schritte der Krebsentstehung nachgezeichnet, und mit dem Protein GATA1 einen vielversprechenden Ansatzpunkt für künftige Therapien identifiziert.

Onkologie

Hämatoonkologie

Leukämien und MDS

Beitrag lesen