Allgemeinmedizin » Magen und Darm

»

Mikrobiom-Veränderungen: Mundbakterien bei chronischer Lebererkrankung beteiligt

URBAN WORK STUDIO_stock.adobe.com

Quelle: URBAN WORK STUDIO_stock.adobe.com

Mikrobiom-Veränderungen: Mundbakterien bei chronischer Lebererkrankung beteiligt

News

Allgemeinmedizin

Magen und Darm

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Fortgeschrittene chronische Lebererkrankungen (ACLD) reichen histologisch von einer ausgeprägten Fibrose bis hin zur Zirrhose, deren Ursachen noch nicht gänzlich geklärt sind. Mehrere Studien hatten bereits einen Zusammenhang zwischen einem gestörten Darm-Mikrobiom und ACLD hergestellt und vermutet, dass sich Bakterien, die typischerweise im Mund zu finden sind, im Darm ansiedeln. Ein Forscherteam der TUM* hat nun deutliche Hinweise darauf gefunden, dass bei Patienten mit ACLD tatsächlich typische Bakterienspezies aus dem Mund in den Darm wandern und ihn auch besiedeln.

Die Wissenschaftler haben dazu Speichel- und Stuhlproben von 86 Patienten auf die dort vorkommenden Bakterien analysiert. Dabei zeigte sich, dass nicht nur das Darm-, sondern auch das Mundmikrobiom starke Veränderungen aufwies.

Während sich bei gesunden Personen die Bakterien in verschiedenen Körperregionen sehr stark unterscheiden, ähnelten sich Mund- und Darmmikrobiom bei ACLD-Patienten im Krankheitsverlauf dagegen immer mehr, zum Teil waren die Bakterienstämme sogar nahezu identisch. Gleichzeitig fanden die Forscher Hinweise darauf, dass ein vermehrtes Vorkommen dieser Bakterien in den Stuhlproben mit einer Schädigung der Darmbarriere assoziiert ist und mit einer Verschlechterung des Krankheitsbildes einherging.

Literatur: Jin S et al. Nat Microbiol 2026;11: 211–27. https://doi.org/10.1038/s41564-025-02223-0

Quelle: Aktuelle Information *Technische Universität München TUM

Weitere Beiträge zu diesem Thema

© Kritzolina – wikipedia.de

Phytotherapie in der Hausarztpraxis: Pflanzliche Mittel bei Herzerkrankungen

Fachartikel

Phytotherapie in der Hausarztpraxis: Der Beitrag zeigt, wie pflanzliche Arzneimittel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden können – als Monotherapie bei funktionellen Beschwerden oder als Add-on, um Verträglichkeit zu verbessern und Deprescribing zu unterstützen. Beispiele reichen von Digitaloid-Pflanzen bis zum gut untersuchten Weißdornextrakt (WS 1442) bei nachlassender Herzkraft.

Allgemeinmedizin

Sonstiges

Beitrag lesen
© Danu_KI – stock.adobe.com

Kontrolliertes Trinken als Behandlungsoption bei Alkoholkonsumstörungen

Fachartikel

Kontrolliertes Trinken kann bei Alkoholkonsumstörungen eine wirksame Alternative zur Abstinenz sein – besonders, wenn die Abstinenzvorgabe zur Behandlungshürde wird. Der Artikel erklärt Definition, Evidenz und praxistaugliche Umsetzung in der Hausarztpraxis: realistische Reduktionsziele, Trinktagebuch, Kurzinterventionen und bei Bedarf ergänzende Optionen wie Apps oder medikamentöse Unterstützung.

Allgemeinmedizin

Psyche und Nerven

Beitrag lesen
© Andrii Zastrozhnov – stock.adobe.com - KI-generiert

Kohärenzgefühl & Familiensinn: Salutogenetische Perspektiven

Fachartikel

Salutogenese für den Praxisalltag: Der Artikel zeigt, wie das Kohärenzgefühl nach Antonovsky (Verstehbarkeit, Handhabbarkeit, Bedeutsamkeit) und der Familienkohärenzsinn die hausärztliche Langzeitversorgung stärken können – von Gesundheitsbildung bis Krisenbewältigung. Ein Fallbeispiel und Bilanzierungsdialoge machen sichtbar, wie Ressourcen gezielt aktiviert werden.

Allgemeinmedizin

Sonstiges

Beitrag lesen