Fortgeschrittene chronische Lebererkrankungen (ACLD) reichen histologisch von einer ausgeprägten Fibrose bis hin zur Zirrhose, deren Ursachen noch nicht gänzlich geklärt sind. Mehrere Studien hatten bereits einen Zusammenhang zwischen einem gestörten Darm-Mikrobiom und ACLD hergestellt und vermutet, dass sich Bakterien, die typischerweise im Mund zu finden sind, im Darm ansiedeln. Ein Forscherteam der TUM* hat nun deutliche Hinweise darauf gefunden, dass bei Patienten mit ACLD tatsächlich typische Bakterienspezies aus dem Mund in den Darm wandern und ihn auch besiedeln.
Die Wissenschaftler haben dazu Speichel- und Stuhlproben von 86 Patienten auf die dort vorkommenden Bakterien analysiert. Dabei zeigte sich, dass nicht nur das Darm-, sondern auch das Mundmikrobiom starke Veränderungen aufwies.
Während sich bei gesunden Personen die Bakterien in verschiedenen Körperregionen sehr stark unterscheiden, ähnelten sich Mund- und Darmmikrobiom bei ACLD-Patienten im Krankheitsverlauf dagegen immer mehr, zum Teil waren die Bakterienstämme sogar nahezu identisch. Gleichzeitig fanden die Forscher Hinweise darauf, dass ein vermehrtes Vorkommen dieser Bakterien in den Stuhlproben mit einer Schädigung der Darmbarriere assoziiert ist und mit einer Verschlechterung des Krankheitsbildes einherging.
Literatur: Jin S et al. Nat Microbiol 2026;11: 211–27. https://doi.org/10.1038/s41564-025-02223-0
Quelle: Aktuelle Information *Technische Universität München TUM



