Implantatassoziierte Infektionen in der Neurochirurgie sind ernsthafte Komplikationen und erfordern eine multimodale Diagnostik. Sie benötigen eine differenzierte Strategie, die die Einteilung in Früh- und Spätinfektionen berücksichtigt. Zentrale Bausteine davon sind chirurgisches Débridement, biofilmaktive Antibiotika und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Infektiologie und Mikrobiologie.
Zusammenfassung
Implantatassoziierte Infektionen sind schwerwiegende Komplikationen in der Neurochirurgie. Die Art und Dauer der Therapie müssen an die Dynamik der Biofilmbildung angepasst werden. Entscheidend ist die Einteilung in Frühinfektionen mit unreifem Biofilm und typischen lokalen Entzündungszeichen sowie Spätinfektionen mit reifem Biofilm, bei denen eher niedrigvirulente Erreger unspezifische oder sekundäre Symptome verursachen. Für den sicheren Keimnachweis ist ein multimodales diagnostisches Vorgehen mit Abstrichen, Gewebeproben, Blutkulturen und Sonikation erforderlich. In der Neurochirurgie weisen unterschiedliche Implantate, die meist in Kontakt mit dem zentralen Nervensystem stehen, spezifische Besonderheiten auf, die in diesem Beitrag erläutert werden. Berücksichtigt werden Implantate in der Therapie des Hydrozephalus, der Stimulationstherapie, zur Schädeldefektdeckung sowie in der spinalen Chirurgie. Zentrale Elemente der Therapiestrategie sind chirurgisches Débridement, eine biofilmaktive antimikrobielle Behandlung und die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Standardisierte Leitfäden bieten hierbei eine wertvolle Hilfestellung.
Autoren: C. Jelgersma, A. Trampuz, P. Vajkoczy
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