Beim FOKO 2026 in Düsseldorf zeigten Prof. Dr. Ekkehard Schleußner (Jena) und Dr. Annette Bachmann (Frankfurt), wie zentrale Präventionsstrategien die Frauengesundheit über alle Lebensphasen hinweg stärken. Schleußner betonte die Rolle von Progesteron und Zervixlängenmessung bei der Frühgeburtsprävention, Bachmann fokussierte auf Gewichts und Hormonveränderungen in der Menopause. Ihr gemeinsames Fazit: frühzeitige, individuelle Prävention bleibt entscheidend.
Frühgeburtsprävention durch zielgerichtetes Handeln
Bei einer Meet‑the‑Expert‑Veranstaltung im Rahmen des FOKO 2026 in Düsseldorf beleuchteten Prof. Dr. med. Ekkehard Schleußner (Jena) und Dr. med. Annette Bachmann (Frankfurt) zwei Facetten der Prävention in der Gynäkologie. Während Schleußner Strategien zum Schutz vor Frühgeburten darstellte, zeigte Bachmann, wie hormonelle Veränderungen in der Menopause das Gewicht und die Stoffwechselgesundheit beeinflussen.
Schleußner erinnerte daran, dass Frühgeburtlichkeit multifaktoriell ist und trotz medizinischen Fortschritts eine der häufigsten Ursachen für perinatale Morbidität bleibt. Entsprechend betonte er die Bedeutung des mehrstufigen Präventionskonzepts, in dem Schwangerenvorsorge und Progesteronsubstitution zur Primärprävention und Elemente wie die pH‑Selbstmessung sowie die vaginalsonographische Zervixlängenmessung zur Sekundärprävention gehören.
Im Rahmen der Beurteilung der Zervixlänge sei es essentiell, die Messung korrekt durchzuführen, betonte Schleußner. Nur dann sei das Ergebnis verlässlich. Eine vor 24 + 0 SSW gemessene Zervixverkürzung auf ≤ 25 mm sei dann Anlass für die tägliche Gabe von intravaginalem Progesteron im Rahmen der Sekundärprävention.
Besonderes Augenmerk legte Schleußner auf die Wirkweisen von Progesteron und seinen Metaboliten. Das Hormon fördert die Uterusruhe und vermindert fetale immuno‑plazentäre Entzündungsreaktionen. Beides könne das Frühgeburtsrisiko deutlich reduzieren. Mit der jüngsten Zulassungserweiterung sei die intravaginale Anwendung nun leitlinienkonform und kein Off‑Label‑Use mehr, schloss der Experte.
Hormonelle Balance in der Menopause
Im Anschluss fokussierte Dr. Annette Bachmann die Menopause und deren Einfluss auf das Körpergewicht. Insgesamt, so Bachmann, gebe es zahlreiche Einflussfaktoren auf das Gewicht – beispielsweise genetische Prädispositionen und individuelles Verhalten. Doch auch die Hormonaktivität spiele eine wichtige Rolle. Nach dem Erlöschen der ovariellen Funktion gehe die schützende Wirkung von Estradiol auf die Ernährungshomöostase verloren.
Anhand einer Studie von Greendale et al. (2019) konnte die Expertin zeigen, wie sich die Körperzusammensetzung von Frauen im Rahmen der Menopause verändert. Präparate wie Antidepressiva können eine zusätzliche Gewichtszunahme fördern, so Bachmann. Sie empfahl multimodale, evidenzbasierte Strategien zur Gewichtsstabilisierung – von Lebensstilmodifikation bis zu modernen Adipositastherapien.
Quelle: Meet-the-Expert-Veranstaltung der Besins Healthcare Germany GmbH am 05.03.2026 beim FOKO in Düsseldorf



