Kopfschmerzen sind das häufigste neurologische Symptom und gehören zu den fünf häufigsten Symptomen in der COVID-19 Akutphase. Der Kopfschmerz tritt häufiger bei Frauen, bei jüngeren Patienten, bei ambulanten nicht-hospitalisierten Patienten und bei nicht-geimpften Patienten auf. Circa 10% der COVID-19-Patienten entwickeln Long-COVID. Impfung reduziert das Risiko für das Auftreten persistierender oder neuer Kopfschmerzen im Long-COVID-Verlauf. Der Infekt assoziierte Kopfschmerz bei COVID-19 ist meist holocephal oder bilateral, von dumpfem Charakter und dem Kopfschmerz vom Spannungstyp ähnlich oder er ist migräneartig. Die Entität eines eigenständigen COVID-19 assoziierten Kopfschmerzes ist aktuell nicht belegt. Gemäß der Klassifikation der International Headache Society kann der Kopfschmerz unter das Kapitel 9.2.2 ‚Kopfschmerz zurückzuführen auf eine systemische virale Infektion’ subsumiert werden, sollte keine anderweitige sekundäre Kopfschmerz-Zuordnung gegeben sein. Ein vorbestehender primärer Kopfschmerz, der im Rahmen des viralen Infekts verstärkt wird, wird zusätzlich kodiert. Als pathogenetische Faktoren werden u. a. eine persistierende Inflammation oder immunologische Dysfunktion diskutiert. Die Diagnostik und Therapie orientiert sich an den Leitlinien Empfehlungen für den infektassoziierten Kopfschmerz und die vergleichbaren bzw. vorbestehenden primären Kopfschmerztypen sowie multidisziplinär entsprechend des komplexen akuten oder prolongierten Beschwerdebilds, in das der Kopfschmerz in der Regel eingebunden ist.
Weitere Beiträge zu diesem Thema

Mehr Fälle, längere Verläufe: Essstörungen nehmen an Schwere zu
Während der COVID-19-Pandemie sind die Fallzahlen deutlich gestiegen und haben sich seither auf einem erhöhten Niveau gehalten. So hat sich die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Magersucht bei Mädchen und jungen Frauen im Alter von zehn bis 17 Jahren innerhalb von 20 Jahren verdoppelt.

Menschen mit Down-Syndrom haben ein extrem hohes Alzheimer-Risiko
Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21) haben ein über 90-prozentiges Alzheimer-Risiko. Der Grund liegt in einer genetischen Besonderheit: Das 21. Chromosom ist dreifach vorhanden.

Kopfschmerzen nach COVID-19-Erkrankung und -Impfung
Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten und am längsten anhaltenden Symptomen nach einer SARS‑CoV‑2-Infektion. Der Artikel erklärt, wie sich akute COVID-assoziierte Kopfschmerzen von persistierenden Post-/Long‑COVID-Kopfschmerzen unterscheiden, welche Risikofaktoren eine Rolle spielen (z. B. Migräne, Entzündungsaktivität) und welche Therapieansätze symptomatisch infrage kommen. Auch der Einfluss von Impfungen wird eingeordnet.
