E-Paper

Neurologie und Psychiatrie » Neuromuskuläre Erkrankungen » Amyotrophe Lateralsklerose

»

UKE-Forschende identifizieren Signalweg für mögliche ALS-Therapie

UKE-Forschende identifizieren Signalweg für mögliche ALS-Therapie

News

Neurologie und Psychiatrie

Neuromuskuläre Erkrankungen

Amyotrophe Lateralsklerose

2 MIN

Erschienen in: neuro aktuell

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine tödlich verlaufende neurodegenerative Erkrankung. Ein interdisziplinäres Team von Forschenden des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Technischen Universität München (TUM) integrierte zusammen mit weiteren EU-Partnern komplexe Multi-Omics-Daten und konnte damit die molekularen Veränderungen in vier verschiedenen Labormodellen und menschlichen Gewebeproben untersuchen. Ziel war es, frühe Veränderungen im präfrontalen Kortex zu identifizieren. Ihre aktuellen Erkenntnisse haben sie jetzt im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.

Das UKE-Team um Prof. Dr. Stefan Bonn und Dr. Sonja Hänzelmann aus dem Institut für Medizinische Systembiologie war maßgeblich an der Identifikation eines Signalweges beteiligt, der ein besonders geeignetes Ziel für neue Medikamente gegen ALS sein könnte. Die Forschenden empfehlen daher, ein bereits zugelassenes Krebsmedikament, das auf diesen Signalweg einwirkt, auch gegen ALS klinisch zu testen. Zusätzlich entdeckten die Wissenschaftler:innen signifikante molekulare Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Proben, was darauf hindeutet, dass Männer und Frauen auf molekularer Ebene unterschiedlich auf ALS reagieren. Das könnte aus Sicht der Forschenden bedeuten, dass Männer und Frauen künftig unterschiedlich behandelt werden müssen.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit hat nicht nur neue therapeutische Ansätze für ALS hervorgebracht, sondern auch ein tieferes Verständnis der molekularen Mechanismen der Krankheit ermöglicht. „Die Erkenntnisse dieser unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Studie bieten eine solide Grundlage für zukünftige Forschungen und die Entwicklung gezielter Behandlungen, die das Leben von ALS-Patient:innen weltweit verbessern könnten“, erläutert Prof. Dr. Stefan Bonn, Leiter des Instituts für Medizinische Systembiologie des UKE.

Literatur: Caldi Gomes et al. Multiomic ALS signatures highlight subclusters and sex differences suggesting the MAPK pathway as therapeutic target. Nature Communications 2024.

Quelle: Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Institut für Medizinische Systembiologie, Prof. Dr. Stefan Bonn

Bilderquelle: © Cultura Creative_stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Pflegende Hand hält die Hand eines Patienten mit IV-Zugang auf der Neurointensivstation

Komapatienten sind häufiger bei Bewusstsein als bisher gedacht

Kongressberichte

Vom 5.–7. Februar fand in Dortmund die 40. Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin statt. Im Vordergrund der ANIM 2026 standen der interdisziplinäre Austausch, inspirierende Diskussionen und praxisrelevante Symposien zur Neurointensiv- und Notfallmedizin.

Neurologie und Psychiatrie

Neurointensiv- und Notfallmedizin

Allgemeine Aspekte

Beitrag lesen
Optikusneuritis

Revision der McDonald-Kriterien für Multiple Sklerose von 2024

Fachartikel

Die 2024 vorgestellten und 2025 publizierten McDonald-Kriterien für Multiple Sklerose (MS) erweitern die Diagnostik deutlich [1]. Neue MRT- und Liquor-Biomarker sowie die Einbeziehung des N. opticus ermöglichen eine frühere Diagnosestellung, stellen aber höhere Anforderungen an die differenzialdiagnostische Einordnung im klinischen Alltag [1].

Neurologie und Psychiatrie

Demyelinisierende Erkrankungen

Multiple Sklerose

Beitrag lesen
Neuroinflammation bei Multiple Sklerose: beschädigtes Myelin

Status Quo der Immuntherapien bei Multipler Sklerose

Fachartikel

Standen zu Beginn der 2000er Jahre lediglich Beta-Interferone und Glatirameracetat in der prophylaktischen Behandlung zur Verfügung, können Ärztinnen und Ärzte heute aus einem breiten Spektrum von mehr als 20 zugelassenen Immuntherapeutika wählen.

Neurologie und Psychiatrie

Demyelinisierende Erkrankungen

Multiple Sklerose

Beitrag lesen