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IDH-Mutation wichtiger Biomarker bei Gliomen

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IDH-Mutation wichtiger Biomarker bei Gliomen

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Erschienen in: onkologie heute

Die molekulare Diagnostik hat eine bessere Charakterisierung und Klassifizierung von Gliomen möglich gemacht. Der Nachweis von Mutationen in den Isocitrat-Dehydrogenase-Genen 1 oder 2 (IDH-Mutation) zählt bei diffusen Gliomen zu den ersten diagnostischen Schritten.

In Deutschland erkranken jährlich rund 4.000 Menschen an einem Gliom. Die Prognose hängt vom Subtyp ab und reicht von mehreren Monaten bis zu über 15 Jahren. Inzwischen gibt es zahlreiche molekulare Marker, die eine differenzierte Diagnose ermöglichen, so Prof. Dr. med. Wolfgang Wick, Ärztlicher Direktor von Neurologie und Poliklinik am Universitätsklinikum Heidelberg. Auf Basis der Molekulardiagnostik lasse sich die individuelle Prognose besser abschätzen, und sie liefere das Fundament für eine differenzierte Therapieentscheidung.

Glioblastom, Astrozytom, Oligodendrogliom

Die Klassifikation der primären Hirntumore hat durch die molekulardiagnostischen Fortschritte einen Wandel erfahren, der sich in der 2021 erschienenen Neuauflage der WHO-Klassifikation widerspiegelt. Die molekulare Diagnostik steht im Zentrum und führt zusammen mit Klinik und Histologie zu einer integrierten Tumordiagnose. Drei Gliom-Haupttypten werden unterschieden: Glioblastom, Astrozytom und Oligodendrogliom.

Der Nachweis von Mutationen in den Isocitrat-Dehydrogenase-Genen 1 oder 2 (IDH-Mutation) zählt heute zu den ersten Schritten bei der molekularen Diagnostik von diffusen Gliomen. Nach der WHO-Klassifikation gelten diffuse IDH-Wildtyp-Gliome im Erwachsenenalter immer als Glioblastome. Bei IDH1- oder IDH2-Mutationen und dem Verlust der nukleären ATRX-Expression handelt es sich um Astrozytome. Kommt der kombinierte Verlust der Chromosomenarme 1p und 19q (1p/19q-Kodeletion) zur IDH-Mutation hinzu, liegt ein Oligodendrogliom vor.

IDH-Inhibition als Therapieansatz

In der Pathogenese der Gliome spielen IDH-Mutationen eine zentrale Rolle. Als frühe Treibermutation sind sie nicht nur wichtige diagnostische Marker und prognostische Prädiktoren, IDH-Mutationen eignen sich auch als therapeutisches Target. Eine auf IDH-Mutationen ausgerichtete Therapie kann der Entgleisung des Zellmetabolismus und der epigenetischen Dysregulation entgegenwirken.

Bei verschiedenen anderen Krebsformen hat sich die medikamentöse IDH-Inhibition bereits als effektiv erwiesen, bei akuter myeloischer Leukämie (AML) und Cholangiokarzinom (CCA) ist dieser Therapieansatz bereits zugelassen. Bei Gliomen liegen positive Phase III-Daten vor, die aktuell von den Behörden geprüft werden. In den USA hat die Arzneimittelbehörde FDA dem Wirkstoff Vorasidenib kürzlich bereits die Zulassung als erste zielgerichtete Therapie für IDH-mutierte Grad-2-Gliome erteilt. Die Entscheidung basiert auf den positiven Ergebnissen der Phase-III-Studie INDIGO.

„Ziel ist es“, so Prof. Wick, „Patienten mit Gliomen eine möglichst lange, stabile und symptomfreie Zeit zu ermöglichen. Die chirurgische Entfernung des Tumorgewebes hilft, die Prognose zu verbessern und Zeit zu gewinnen, bevor man mit einer Radio- und Chemotherapie beginnt.“ Das große Problem: Trotz moderner chirurgischer Verfahren unter verbesserter Bildgebung gelingt es nicht, diffus wachsende Gliome komplett zu entfernen. Das Wachstum von residualem Tumorgewebe versucht man durch Radio- und Chemotherapie auszubremsen, wobei man in Fällen mit günstiger Prognose nach der OP erst einmal zuwarten könne. Über das postoperative Vorgehen sollte, wie Wick betont, immer auf Grundlage der molekularen Diagnostik im interdisziplinären Tumorboard entschieden werden.

Quelle: Presseinformation von Servier vom 24. Juli 2024

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