Onkologie » Hämatoonkologie » Multiples Myelom

»

Neudiagnostiziertes Multiples Myelom (NDMM)

Darstellung von roten Blutkörperchen und weißen Blutkörperchen, passend zur Elranatamab NDMM Studie.

Neudiagnostiziertes Multiples Myelom (NDMM)

News

Onkologie

Hämatoonkologie

Multiples Myelom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Elranatamab (ELRA), induzierte bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom (RRMM) in der MagnetisMM-3-Studie bereits ein tiefes und dauerhaftes Ansprechen [1]. Während der EHA-Tagung 2025 wurden nun erste Ergebnisse der MagnetisMM-6-Studie vorgestellt, in der eine ELRA-Kombination mit einer der bisherigen Therapiestandards bei NDMM-Patienten, die nicht transplantationsfähig sind, verglichen werden soll.

Elranatamab ist ein bispezifischer B-Zell-Reifungsantigen (BCMA)-CD3-Antikörper. In der offenen, randomisierten Phase-3-Studie MAGNETISMM-6 soll die Kombination aus ELRA und Lenalidomid (R) ± Daratumumab (D) (EDR bzw. ER) mit der Therapiekombination aus D + R + Dexamethason (DRd) bei NDMM-Patienten, die nicht für eine Transplantation in Frage kommen, verglichen werden. In Teil 1 dieser Studie sollte die optimale Dosis von EDR bzw. ER bei Patienten mit RRMM oder NDMM untersucht werden, um die empfohlene Phase-3-Dosis für Teil 2 der Studie zu bestimmen. Die ersten Ergebnisse aus Teil 1 dieser Dosisfindung (DLG) wurden während des EHA-Kongresses vorgestellt [2].

Das Dosierungsschema

Insgesamt wurden 37 Patienten in die DLG aufgenommen. Sie erhielten subkutan (SC) ELRA zunächst mit einem Priming-Schema, gefolgt von ELRA 76 mg SC alle 4 Wochen (Q4W) im Zyklus (C) 1 Tag (D) 1; DARA 1800 mg s.c. wöchentlich (D1, D8, D15, D22 in C1-C2), alle 2 Wochen (D1, D15 in C3-C6) und Q4W (D1 in C7+); und oral R 25 mg täglich auf D1-D21 in 28-Tage-Zyklen. Zu den Endpunkten, die in der DLG bewertet werden, gehören die Sicherheit und die vorläufige Wirksamkeit.

Insgesamt wurden 37 Patienten in die DLG aufgenommen, 34 erhielten eine EDR-Therapie. Zum Datenstichtag (23. Dezember 2024) betrug die mediane Nachbeobachtungszeit 4,6 Monate. Die Behandlung lief noch bei 33 Patienten weiter. Die Toxizität entsprach der der einzelnen Wirkstoffe. So kam es bei 78,4 % (G3/4 70,3 %) der Patienten zu hämatologischen Nebenwirkungen. Das Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS) trat bei 62,2% auf, alle ≤G2; von einem Fall vom Grad 2 des Immuneffektorzell-assoziierten Neurotoxizitätssyndrom (ICANS) wurde berichtet.

Sehr gutes und schnelles Ansprechen

Insgesamt sind 36 von 37 Patienten Responder, wobei zwei zum Zeitpunkt des Datenschlusses noch nicht bestätigt wurden. Die bestätigte Gesamtansprechrate (ORR) (95%KI) nach Prüfarzt betrug 91,9 % (78,1–98,3), 81,1 % mit sehr gutem partiellem Ansprechen (VGPR) oder besser. Bei Patienten, die ≥ 4 Monate vor dem Datenstichtag (n = 23) aufgenommen wurden, betrug die bestätigte ORR 95,7 % (78,1–99,9), alle mit VGPR oder besser. Die Rekrutierung in die Dosisstufe H zur Bewertung der ER-Kombination ist noch nicht abgeschlossen

Dr. Annette Junker

Literatur:

  1. Nat Med 2023 Sep; 29(9): 2259–267
  2. EHA 2025, Abstract S206

Quelle: EHA-Jahrestagung vom 12.–15. Juni 2025 in Mailand

Bilderquelle: © LASZLO – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

3D‑Darstellung einer violetten Zelle mit Bläschenstruktur im Hintergrund weiterer Zellen

Neue Schwachstelle in aggressivem Blutkrebs entdeckt

News

Kölner Forschende haben gezeigt, dass das Protein cFLIP Lymphomzellen vor dem Zelltod schützt. Wird es gezielt ausgeschaltet, könnten selbst therapieresistente DLBCL-Formen behandelbar werden.

Onkologie

Hämatoonkologie

Lymphome

Beitrag lesen
Digitale medizinische Darstellung einer Blase – Urologie und Blasengesundheit

Intensivierte Erstlinien-Erhaltung beim mUC im Kontext neuer Therapiesequenzen

Fachartikel

Die Therapielandschaft beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom befindet sich im Wandel. Mit zunehmender Etablierung von ADC-Immuntherapie-Kombinationen in der Erstlinie stellt sich die Frage nach der Rolle und Ausgestaltung der Erhaltungstherapie neu.

Onkologie

Urogenitale Tumoren

Urothel- und Blasenkarzinom

Beitrag lesen
Kind mit Brille in heller Umgebung blickt in die Kamera

Wie myeloische Leukämie bei Kindern mit Down-Syndrom entsteht

News

Kinder mit Down-Syndrom haben ein 150-fach erhöhtes Risiko, an myeloischer Leukämie zu erkranken. Ein internationales Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt, des Wellcome Sanger Institute und des Great Ormond Street Hospital hat nun erstmals die molekularen Schritte der Krebsentstehung nachgezeichnet, und mit dem Protein GATA1 einen vielversprechenden Ansatzpunkt für künftige Therapien identifiziert.

Onkologie

Hämatoonkologie

Leukämien und MDS

Beitrag lesen