Paediatrie » Sonstiges

»

Qualität von TikTok-Inhalten zur Sichelzellanämie 

Person hält Smartphone mit geöffneter TikTok-App in der Hand

Quelle: © bongkarn – stock.adobe.com

Qualität von TikTok-Inhalten zur Sichelzellanämie 

Kongressberichte

Onkologie

Sonstiges

mgo medizin Redaktion

Verlag

3 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Patientenaufklärung ist entscheidend für die Nachsorge und Therapie der Sichelzellanämie. Eine Studie vom ASH-Kongress 2025 analysierte die Qualität von TikTok-Inhalten zur Sichelzellanämie, um Informationslücken, Perspektiven und die Qualität der Aufklärung zu bewerten und so die Versorgung und das Wissen der Patienten zu verbessern. 

Sichelzellanämie (SCD) erfordert eine gründliche Aufklärung der Patienten, lebenslange Betreuung und regelmäßige Nachsorge. Dennoch sehen sich Patienten oft mit Hindernissen bei der Versorgung konfrontiert. Sozioökonomische Faktoren, die Angst vor medizinischer Voreingenommenheit und mangelnde Gesundheitskompetenz können sich auf die Kontinuität der Versorgung der Patienten auswirken. Daher ist die Aufklärung der Patienten der Schlüssel zur Verbesserung der Nachsorge und zur Gewährleistung einer angemessenen Behandlung. 

Auf Social-Media-Plattformen wie TikTok wird häufig multidimensionale Gesundheitsversorgung, wie Aufklärung, Selbsthilfegruppen und Patientenperspektiven thematisiert. Die Studie zielt darauf ab, die Qualität bestehender TikTok-Beiträge zum Thema Sichelzellenanämie zu untersuchen, Lücken in den Aufklärungsinhalten zu identifizieren, die Einstellung der Patienten zu bewerten und die Qualität der in den sozialen Medien geteilten Informationen zu verbessern. 

Methode 

Mithilfe von TikTok suchten die Forschenden nach drei verschiedenen Hashtags: #sicklecelldisease, #sicklecellanemia und #sicklecell und analysierten jeweils die ersten dreißig Videos hinsichtlich Interaktion, Verständlichkeit und Inhalt. Zu den Ausschlusskriterien gehörten veröffentlichte Videos, die sich speziell mit dem Sichelzellmerkmal befassten. 

Die Videos wurden nach Autor*innengruppen (Gesundheitswesen vs. Nicht-Gesundheitswesen) und Videotyp (Aufklärung, Patientensicht, Humor, Sensibilisierung) kategorisiert. Zur Bewertung des Gesamtinhalts der Videos wurden der Global Quality Score und das mDISCERN-Tool verwendet.  

Das mDISCERN-Tool umfasst fünf Parameter zur Bestimmung der Klarheit und Zuverlässigkeit. Die Forschenden wurden gebeten, jedem Parameter zuzustimmen (Bewertung 1) oder ihn abzulehnen (Bewertung 0). Die maximale Punktzahl für jedes Video beträgt 5, die minimale Punktzahl 0.  

Der Global Quality Score umfasst fünf Aussagen, die von geringer Videoqualität/keinem Nutzen bis zu ausgezeichneter Qualität und Informationsfluss reichen. Er wird auf einer 5-Punkte-Likert-Skala bewertet, wobei 1 das Minimum und 5 das Maximum ist. Drei Forschende wurden beauftragt, jedes Video zu überprüfen, und ihre GQS- und mDISCERN-Bewertungen wurden gemittelt. 

Ergebnisse 

  • Patienten als Hauptautoren: Von 90 analysierten Videos wurden 57,8 % von Patient*innen selbst erstellt, gefolgt von Lehrvideos (42,2 %), Patientensicht (38,9 %), humorvollen Videos (14,4 %) und Videos zur Sensibilisierung (13,3 %). 
  • Qualität der Inhalte: Videos von medizinischem Fachpersonal waren signifikant hochwertiger (GQS: 3,08; mDISCERN: 2,66) als die von Nicht-Fachkräften (GQS: 1,96; mDISCERN: 1,49; p < 0,001). 
  • Nutzen der Inhalte: Während medizinische Videos zuverlässiger und klarer waren, dienten von Patient*innen erstellte Videos eher der Community-Bildung und gegenseitigen Unterstützung. 

Fazit für die Praxis 

Patient*innen sollten für verlässliche Informationen bevorzugt Inhalte von medizinischem Fachpersonal nutzen oder sich direkt an diese wenden. Die professionelle Präsenz und aktive Beteiligung von medizinischen Fachkräften auf digitalen Plattformen kann die Qualität der Patientenaufklärung erheblich verbessern. Die Ergebnisse sind durch die begrenzte Stichprobengröße eingeschränkt, zeigen jedoch deutlich den Mehrwert medizinischer Expertise in sozialen Medien für die SCD-Aufklärung. 

Quelle: Pham L et al. An analysis of sickle cell disease content on tiktok. ASH-Kongress 2025; Presentation ID 2863 

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Mikroskopische Aufnahme von Zellen des multiplen Myeloms, dargestellt in einer Färbung zur Identifikation von Zellstrukturen.

Neue Daten zu Ciltacabtagen Autoleucel aus der CARTITUDE-4-Studie

Kongressberichte

In der Wartezeit vor Gabe von Ciltacabtagen Autoleucel sollte laut einer spezifizierten Analyse der CARTITUDE-4-Daten beim Lenalidomid-refraktären multiplen Myelom eine Brückentherapie erfolgen, um die Ergebnisse der CAR-T-Zelltherapie zu optimieren.

Onkologie

Hämatoonkologie

Multiples Myelom

Beitrag lesen
hautausschlag mit roetungen an der schulter als symbolbild fuer das vexa-syndrom

VEXAS-Syndrom und Krebs: Nur die Spitze des Eisbergs?

Fachartikel

Chronische Entzündungen spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Krebs und tragen Schätzungen zufolge zu bis zu einem Viertel aller bösartigen Tumoren bei.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen
grafische darstellung von lungen mit mehreren farbig markierten tumorherden bei lungenkrebs

Stoffwechsel-Molekül Itaconat eröffnet neue Wege gegen Lungenkrebs

News

Gießener Forschende zeigen, dass das Molekül Itaconat Immunzellen umprogrammieren, Tumorzellen direkt angreifen und Lungenkrebswachstum stoppen kann und bremst so das Wachstum von Lungenkrebs in Mausmodellen und menschlichem Gewebe.

Onkologie

Lungenkarzinom

Beitrag lesen