Angesichts der aktuellen Hitzewellen weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) auf die erheblichen gesundheitlichen Risiken extremer Temperaturen für Kinder hin. Kinder zählen zu den besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen und brauchen einen verlässlichen Schutz. Der BVKJ fordert deshalb verbindliche Hitzeschutzpläne für Kitas, Schulen und andere Betreuungseinrichtungen.
Hitzeschutz für Kinder stärken
„Hitzeschutz ist Kinderschutz. Wir brauchen dringend Hitzeschutzpläne, die auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen eingestellt sind – in Familien ebenso wie in Kitas, Schulen und Freizeiteinrichtungen.“
Dr. Tanja Brunnert, Bundespressesprecherin des BVKJ
Besonderes Gesundheitsrisiko für Kinder
In Deutschland sind rund fünf Millionen Kinder unter sechs Jahren bei Hitzeereignissen besonders gefährdet. Dafür gibt es mehrere Gründe: Ihre Körperoberfläche ist im Verhältnis zum Körpergewicht größer, ihre Fähigkeit zur Schweißbildung ist – vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern – noch eingeschränkt sowie das Durstgefühl oft noch nicht zuverlässig ausgeprägt, zugleich sind Kinder meist körperlich hochaktiv. Dadurch steigt das Risiko für Austrocknung und hitzebedingte gesundheitliche Beeinträchtigungen.
Hitzeschutzmaßnahmen für Kinder
Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte beraten Eltern in ihren Praxen regelmäßig, wie sie auf einen sinnvollen Hitzeschutz ihrer Kinder achten können. Sie unterstützen Eltern dabei, geeignete Maßnahmen zum Schutz ihrer Kinder umzusetzen. Dazu gehört, die Mittagshitze möglichst zu meiden und körperliche Aktivitäten in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Wohnräume sollten nachts und in den frühen Morgenstunden gelüftet werden. An sehr heißen Tagen kann es zusätzlich helfen, feuchte Tücher im Schlafraum aufzuhängen. Ebenso wichtig sind leichte, angemessene Kleidung, konsequenter Sonnenschutz und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Kinder dürfen außerdem niemals unbeaufsichtigt in einem geparkten Auto zurückgelassen werden.
Ein besonderer Fokus in der kinder- und jugendärztlichen Beratung liegt auf Familien mit chronisch kranken Kindern. „Ein Kind mit Asthma oder einem Herzfehler ist bei Hitze nochmal mehr betroffen. Eltern dieser Kinder müssen dies besonders beachten und ihre Kinder schützen“, so Dr. Brunnert.
Forderung nach Schutzkonzepten
Zugleich sieht der BVKJ auch Politik und Träger von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen in der Pflicht: „Hitzeereignisse werden künftig häufiger und intensiver auftreten. Es braucht Hitzeschutzpläne für die Betreuungseinrichtungen. Schulen müssen so ausgestattet sein, dass die Schüler*innen nicht in überhitzten Klassenräumen lernen müssen. Das führt zu einem deutlichen Abfall der Leistungsfähigkeit.“, so Dr. Brunnert.
Unerlässlich: Beratung und Informationen für Eltern
Der BVKJ empfiehlt, Eltern aktiv auf verlässliche Informationen zum Verhalten bei Hitze hinzuweisen, zum Beispiel über die Gesundheitsplattform des BVKJ „Kinder- und Jugendärzte im Netz“. Auch die kinder- und jugendärztlichen Praxen bleiben natürlich wichtige Ansprechpartner für Fragen rund um den Hitzeschutz.
Weiterführende Links zum Thema Hitzeschutz
Kinder- und Jugendärzte im Netz:
Sicherheitstipps für heiße Tage
Klimawandel und Hitze: Eine wachsende Gefahr für die Gesundheit unserer Kinder
Hitzeschutz ist Kinderschutz!
Kindergesundheit-info.de: Kinder bei Hitze schützen
Klima – Mensch – Gesundheit: Tipps für Eltern von Babys und Kleinkindern
Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) vom 25. Juni 2026
Mehr zum Thema Klimawandel und Kindergesundheit in der pädiatrischen praxis:
Kerth J-L, Lorenz S. Klimawandel und Kindergesundheit. Stellungnahme des »Bündnis Kinderund Jugendgesundheit e. V.«. pädiat prax 2025; 103 (1): 1-16.
Graf I, Diemert A, Arck P. Klimawandelbedingte Hitze als gesundheitliches Risiko für Kinder. Wissensstand und Zukunftsperspektiven. pädiat prax 2025; 103 (1): 24-30.



