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Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2025 eröffnet

Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2025 eröffnet

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Erschienen in: pädiatrische praxis

Der Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2025 (KKJ) findet von aktuell 24.–27. September im Congress Center Leipzig statt. Nach einem internen Workshoptag am Mittwoch, 24.9., wurde der Kongress heute offiziell eröffnet. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr die Medizin und Pflege für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen. Mit über 100 Sitzungen und Workshops bietet der Kongress ein vielfältiges Programm, erwartet werden über 2.000 Teilnehmende.

Der Kongress wird gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH) und der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) sowie dem Berufsverband für Kinderkrankenpflege (BeKD) organisiert. Aktiv eingebunden sind zudem die Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR).

»Gemeinsam ins Leben«: Interdisziplinarität als wichtiger Eckpfeiler

Bei der heutigen Kongresseröffnung erläuterte DGKJ-Kongresspräsident Prof. Dr. Eckard Hamelmann, dass man sich in den nächsten drei Tagen mit der Frage beschäftigen wolle, wie man den schwächsten Mitgliedern in unserer Gesellschaft, den Kindern und Jugendlichen mit schweren chronischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen, eine Stimme verleihen und ihnen Zugang zu guter Versorgung, guter Vorsorge und Teilhabe an unserer Gesellschaft ermöglichen könne.

Prof. Dr. Guido Seitz (DGKJCH) erklärte, es gehe in der Kinderchirurgie dieses Jahr um die speziellen Probleme der traumatologischen und urologischen Versorgung, um die zunehmende Ambulantisierung und die Probleme der Krankenhausreform. Auch die Forschung ist ein Thema, es gibt nun eine eigene Exzellenzakademie und auf dem Kongress werden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse vorgestellt. Dr. Stephan Springer und Dr. Hendrik Langen (DGSPJ) betonten die Wichtigkeit von Zeitressourcen in der Sozialpädiatrie, die Mehrdimensionalität und den Bedarf danach, dass man interdisziplinär arbeite, um Kinder mit chronischen und seltenen Erkrankungen zu versorgen. Bettina Beyer-Lichtblau (BeKD) ging auf die knappen Personalressourcen und die Wichtigkeit der Interdisziplinarität und Zusammenarbeit ein.

In ihrer Ansprache wies Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, darauf hin, dass es im vielschichtigen Kongressprogramm interdisziplinäre Sitzungen zum Schwerpunkt chronische Erkrankungen gebe, nicht nach Fachgebieten getrennt – denn chronische Erkrankungen müssten von allen gemeinsam betrachtet werden. Sie betonte außerdem, dass alle am Kind Tätigen sowie in erster Linie die Patienten und ihre Familien dieser Tage vor enormen politischen Herausforderungen stehen und wies dabei auf die Krankenhausreform hin. Kinder- und Jugendmedizin sei personalintensiv, spezialisiert und teuer – und insbesondere die Zeit sei teuer. Kliniken seien unterfinanziert, und es gebe nur noch 320 Standorte, so Prof. Felderhoff-Müser. Es sei unerlässlich, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Finanzierung auch sektorenübergreifend für die Zukunft zu sichern und die Versorgung der Kinder in diesem Land zu sichern.

Videobotschaften

Prof. Hamelmann verlas die Grußbotschaft von Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. In Videobotschaften richteten dann Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie Leizpigs Bürgermeisterin Dr. Martina Münch das Wort an die Teilnehmenden des Kongresses.

Festvortrag: Die Reise unsere Gene

In seinem Festvortrag zum Thema »Die Reise unsere Gene: Woher wir kommen und wohin wir gehen« beleuchtete Prof. Dr. Johannes Krause die Menschheitsgeschichte aus Sicht der Archäogenetik. Was macht den Menschen zum Menschen? Wie lässt sich anhand der Gene von Menschen aus der Vergangenheit die Entwicklung rekonstruieren? Und: Hat Ötzi wirklich so ausgesehen, wie uns bisher rekonstruierte Bilder glauben ließen? Um diese und weitere Fragen drehte sich der Vortrag von Prof. Krause. Mit Blick auf die Zukunft, auf Bevölkerungswachstum, Ressourcenverschwendung, Klimawandel und Nachhaltigkeit stellte er abschließend auch die Frage in den Raum, ob unbegrenztes Wachstum möglich ist und ob sich der Mensch am Ende mit seiner Natur selbst im Weg steht.

Verleihung der DGKJ Hauptpreise

Zum Abschluss wurden die DGKJ Hauptpreise verliehen. Dr. Julian Milosavljevic wurde für seine Arbeit zum Thema »Untersuchung der Rolle von Tbc1d8b in der Endozytose und funktionelle Charakterisierung von Patientenmutationen in Drosophila« mit dem Selma-Meyer-Dissertationspreis ausgezeichnet. Der Adalbert-Czerny-Preis, die höchste Auszeichnung der DGKJ, ging dieses Jahr an Dr. Carl Christoph Goetzke aus Berlin für seine in der Fachzeitschrift Nature publizierte Arbeit »TGFß links EBV to multisystem inflammatory syndrome in children«.

(red)

Mehr zum Programm und den Schwerpunkten des KKJ 2025 lesen Sie hier ➜

Bilderquelle: © mgo fachverlage

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