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Sollen MDS-Patienten vor einer allogenen Stammzelltransplantation therapiert werden?

Mikroskopische Ansicht abnormaler Knochenmarkszellen mit unreifen Blasten, Kernanomalien und dysplastischen Merkmalen, die für das myelodysplastische Syndrom, eine Blutkrebserkrankung, charakteristisch sind

Sollen MDS-Patienten vor einer allogenen Stammzelltransplantation therapiert werden?

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Erschienen in: onkologie heute

Die risikoadaptierte Therapie des MDS ist entscheidend für den Therapieerfolg. Aktuelle Studien zeigen, dass eine Vorbehandlung mit Chemotherapie oder HMA vor Stammzelltransplantation keinen klaren Vorteil bietet und sogar nachteilig sein kann. Eine frühzeitige Transplantation ohne Vorbehandlung könnte für Hochrisiko-Patienten die bessere Strategie sein.

Risikoadaptierte Therapie des MDS

Das Myelodysplastische Syndrom (MDS) ist ein sehr heterogenes Krankheitsbild, das von einer einfachen, nicht-transfusionspflichtigen Anämie bis hin zu einem schweren Krankheitsbild mit Blastenvermehrung und komplexem Karyotyp reicht. Um die Beratung der Patienten zu erleichtern und eine gezielte Therapieplanung zu ermöglichen, wurden verschiedene Prognose-Scores erarbeitet. Einer der gebräuchlichsten Scores ist der IPSS-R, der neben der Blastenzahl und dem Ausmaß der Zytopenien vor allem auf fünf genetische Risikokategorien aufbaut [1]. Schon länger ist bekannt, dass der IPSS-RScore das Ergebnis nach einer allogenen Stammzelltransplantation beeinflusst, sowohl wenn man ihn bei der Erstdiagnose oder erst unmittelbar vor der Transplantation bestimmt [2, 3]. Dies würde nahelegen, Patienten am besten mit Niedrig-Risiko-MDS zu transplantieren. Allerdings sind dies Patienten, die auch ohne Transplantation die beste Prognose haben, und daher die transplantationsbezogene Morbidität und Mortalität gegen eine frühe Transplantation sprechen. Daher wird die Indikation zur Transplantation in der Regel bei höheren IPSS-R-Scores gestellt, und dann drängt sich natürlich der Gedanke auf, durch eine vorgelagerte Therapie das MDS-Risikoprofil vor einer Transplantation abzusenken, z. B. durch Reduktion des Blastenanteils im Knochenmark.

Dieses Konzept wird seit langem bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) verfolgt, wo durch eine Induktionschemotherapie z. B. 7+3 eine komplette Remission vor der Stammzelltransplantation (SZT) anSollen MDS-Patienten vor einer allogenen Stammzelltransplantation therapiert werdenC. Scheid1–3 1 Klinik I für Innere Medizin, Universitätsklinikum Köln, Köln 2 Centrum für integrierte Onkologie (CIO) Aachen Bonn Köln Düsseldorf 3 Nationales Centrum für Tumorerkrankungen, Standort NCT-West Essen / Köln Die risikoadaptierte Therapie des MDS ist entscheidend für den Therapieerfolg. Aktuelle Studien zeigen, dass eine Vorbehandlung mit Chemotherapie oder HMA vor Stammzelltransplantation keinen klaren Vorteil bietet und sogar nachteilig sein kann. Eine frühzeitige Transplantation ohne Vorbehandlung könnte für Hochrisiko-Patienten die bessere Strategie sein. © Caitlin – Adobe Stock (generiert mit KI) MDS 37 onkologie heute 01-02/2025 gestrebt wird. Allerdings wurde kürzlich durch die Ergebnisse der prospektiven ASAP-Studie die Bedeutung der Remission vor Transplantation zumindest in der refraktären/rezidivierten AML sehr in Frage gestellt [4]. Dabei wurden die Patienten in einem randomisierten Vergleich entweder ohne oder mit allenfalls niedrig-dosierter Chemotherapie behandelt und baldmöglichst transplantiert oder erst durch eine Re-Induktion mit hochdosiertem Cytarabin nach dem HAM-Schema therapiert und danach transplantiert. Das Überleben nach Transplantation war auch bei längerer Nachbeobachtung völlig identisch, unabhängig davon, ob eine intensive Chemotherapie verabreicht wurde oder nicht [5].

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