Vulvovaginale Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und Rötung deuten nicht immer auf eine Pilzinfektion hin, denn diese lässt sich nur in 40 Prozent der Fälle bestätigen. Oft ist ein gestörtes vaginales Ökosystem die Ursache. Laktobazillen spielen eine zentrale Rolle für das saure Scheidenmilieu. Die Gabe von Milchsäurebakterien und Milchsäurepräparaten kann das Gleichgewicht wiederherstellen und Rezidiven vorbeugen. Bei atrophischen Veränderungen helfen lokale Hormontherapie und befeuchtende Pflegeprodukte.
Vulvovaginale Beschwerden: Ökosystem der Scheide unterstützen
Bei Symptomen wie Juckreiz, Brennen und Rötung im Vulvovaginalbereich denken viele spontan an eine Pilzinfektion. Diese lässt sich aber nur in 40 Prozent der Fälle bestätigen. Auch ein Lichen sclerosus, ein Ekzem, eine Psoriasis, eine Scheidenatrophie oder eine Allergie kann solche Symptome verursachen.
Candidapilze als Teil des vaginalen Ökosystems
Selbst der Nachweis von Candidapilzen bedeutet nicht automatisch eine Infektion, sagte Dr. Sybille Görlitz-Novakovic, Gynäkologin aus Berlin.
Candidapilze leben als „Untermieter” im Ökosystem der Scheide. Zu einem behandlungsbedürftigen Problem werden sie nur, wenn sie zu einer invasiven Infektion mit entsprechenden Symptomen führen.
Dr. Sybille Görlitz-Novakovic, Gynäkologin, Berlin
Ursachen für gestörtes vaginales Gleichgewicht
Wenn eine Frau über Jucken, Brennen und Rötung im Vulvovaginalbereich klagt, ist dies immer ein Zeichen dafür, dass das Gleichgewicht des Ökosystems der Scheide gestört ist. Es gilt zu ermitteln, welche Faktoren dafür verantwortlich sind. In Betracht kommen unter anderem Antibiotika, Immunsuppressiva, hormonelle Veränderungen, Stress, ein Diabetes, mechanische Reizung oder eine übertriebene Intimhygiene, die die Hautbarriere angreift.
Behandlung und Prävention
Natürlich muss eine symptomatische Kandidose antimykotisch behandelt werden, beispielsweise mit Clotrimazol Vaginaltabletten. Um Rezidiven vorzubeugen und auch die Anfälligkeit für entzündliche Veränderungen anderer Ursache zu vermindern, sollte auch das Gleichgewicht des vaginalen Ökosystems wiederhergestellt werden. Große Bedeutung besitzen hier Laktobazillen, die unter Östrogeneinfluss als dominierende Keime für das saure Scheidenmilieu sorgen.
Die Gabe von Milchsäurebakterien (beispielsweise KadeFlora®) kann das vaginale Gleichgewicht langfristig stabilisieren, etwa bei rezidivierenden Pilzinfektionen oder nach einer Antibiotika-Therapie. Durch Gabe von Milchsäurepräparaten lässt sich das saure Scheidenmilieu wiederherstellen, zum Beispiel im Rahmen einer bakteriellen Vaginose. Bei atrophischen Veränderungen helfen auch eine lokale Hormontherapie und befeuchtende Pflegeprodukte.
Quelle: Presse-Event „Brennende Gesundheitsfragen“, Veranstalter Dr. Kade GmbH, München, 9. Juni 2026



