Neurologie und Psychiatrie » Psychische Erkrankungen » Allgemeine Aspekte

»

Elektronische Patientenakte in der Psychotherapie: Forderung nach besserer Aufklärung

Old woman work at home using notebook computer.

Elektronische Patientenakte in der Psychotherapie: Forderung nach besserer Aufklärung

News

Neurologie und Psychiatrie

Psychische Erkrankungen

Allgemeine Aspekte

2 MIN

Erschienen in: neuro aktuell

Seit dem 1. Oktober 2025 müssen Psychotherapeutinnen und -therapeuten die elektronische Patientenakte (ePA) befüllen – auch mit sensiblen Psychotherapie-Daten, sofern Patientinnen und Patienten nicht aktiv widersprechen. Unith e.V. warnt: Viele wissen davon nichts. Fehlende Aufklärung gefährdet Vertrauen und Behandlungserfolg. Der Verein fordert daher klare Informationen in verständlicher Sprache, besonderen Schutz psychotherapeutischer Daten sowie eine bessere Schulung von Therapeutinnen und -therapeuten in Weiterbildung. Digitalisierung darf die Patientenrechte nicht schwächen.

„Die Einführung der ePA ist ein wichtiger Schritt hin zu einer modernen, vernetzten Gesundheitsversorgung. Doch gerade im sensiblen Bereich der Psychotherapie müssen Patientinnen und Patienten umfassend informiert werden“, sagt Prof. Dr. Rudolf Stark, Vorstandsvorsitzender von unith e.V. „Es darf nicht passieren, dass Betroffene erst im Nachhinein erfahren, welche Daten in ihrer Akte landen.“

Unith e.V. kritisiert, dass die bisherige Informationspolitik von Politik und Krankenkassen lückenhaft ist. Viele Menschen wissen nicht, dass sie Widerspruch einlegen können, wenn sie bestimmte Dokumente nicht in ihrer ePA gespeichert haben möchten. Dieses fehlende Wissen gefährdet das Vertrauen in die therapeutische Beziehung und damit den Behandlungserfolg.

Die konkreten Forderungen

Der Verein fordert daher:
1. Verständliche Kommunikation – Krankenkassen und Praxen müssen Menschen in einfacher Sprache über ihre Rechte und Wahlmöglichkeiten informieren.
2. Besonderer Schutz für Psychotherapie-Daten – sensibelste Informationen dürfen nicht ohne ausdrückliches Einverständnis gespeichert werden.
3. Aufklärung in der Weiterbildung – angehende Psychotherapeutinnen und -therapeuten müssen darauf vorbereitet werden, über die ePA kompetent und transparent zu beraten.

„Digitalisierung kann die Versorgung verbessern – aber nur, wenn sie das Vertrauen der Patientinnen und Patienten stärkt und nicht untergräbt“, betont Stark.

Über unith e.V.

unith e.V. setzt sich bundesweit für eine faire und qualitativ hochwertige Weiterbildung in der Psychotherapie sowie für eine bessere Versorgung von Patient:innen ein. Der Verein vertritt die Interessen von Psychotherapeut:innen in Weiterbildung und engagiert sich für gerechte Arbeitsbedingungen, moderne Weiterbildung und eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung.

Quelle: Pressemeldung unith e. V. Universitäre Aus- und Weiterbildung für Psychotherapie (idw, 1.10.25)

Pressekontakt
Anna Zreik
Pressereferentin unith e.V.
presse@unith.de


Bilderquelle: saltdium – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Kind allein auf einer Schaukel als Symbolbild für Autismus bei Kindern und Jugendlichen

Mehr Kinder und Jugendliche mit Autismus: Anteil auf 1% gestiegen

News

Immer mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland erhalten die Diagnose Autismus. Das zeigt eine aktuelle Datenanalyse der hkk Krankenkasse: Im Jahr 2024 lag die Betroffenenquote von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) bei den 0- bis 24-Jährigen bei 1,0 Prozent.

Neurologie und Psychiatrie

Neurodiversität

Autismus

Beitrag lesen
EASEE® - Implantat für medikamentenresistente fokale Epilepsien

Mehr Optionen, mehr Druck: Medizintechnik muss jetzt liefern

Pharmaservice

Wenn Epilepsiemedikamente nicht helfen, stehen viele Betroffene vor einem langen Entscheidungsprozess über wenig bekannte Therapieoptionen. Wie Medizin und Medizintechnik hier mit Forschung und Daten Orientierung geben können, zeigen Prof. Dr. Martin Holtkamp und Karl Stoklosa am Beispiel des Neuroimplantats EASEE.

Neurologie und Psychiatrie

Epilepsie

Beitrag lesen
Rosa eingefärbte Mikroglia, Symbolbild für Multiple Sklerose.

NMOSD-Diagnostik und Therapie: Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

Fachartikel

Die Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) hat sich in den letzten Jahren von einer kaum verstandenen Variante der Multiplen Sklerose zu einer eigenständigen Autoimmunerkrankung entwickelt. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Fortschritte in Diagnostik ...

Neurologie und Psychiatrie

Demyelinisierende Erkrankungen

NMOSD

Beitrag lesen