Die Lebenszeitprävalenz der Bipolaren Störungen liegt bei ca. 1,5 % (1,1–2 %). Zählt man die Bipolar Spektrum Störungen dazu, sind es 3–5 %. Krankheitsbeginn ist zumeist zwischen dem 20. und 24. Lebensjahr. Häufig treten aber schon Symptome im Kindes- und Jugendalter auf, die differentialdiagnostisch schwierig einzuschätzen und nicht eindeutig einer bipolaren Störung zuzuordnen sind.
Die Bipolaren Störungen sind weltweit unter den häufigsten Ursachen für funktionelle Einschränkungen einschließlich Frühberentung, wobei die bipolaren Depressionen hier eine wesentliche Rolle spielen [1]. Genetisch stehen die Bipolar-II Störungen mit ihren dominierenden depressiven Phasen den unipolaren Depressionen näher, während die bei der Bipolar-I Störung genetische Überschneidungen eher mit der Schizophrenie gesehen werden [2]. Dabei ist die BP-II Störung als valider Subtyp mit dominierenden Depressionen nicht weniger belastend und chronisch verlaufend als BP-I Störung. Gerade im Falle von vermehrten gemischten Episoden ist das Suizidrisiko stark erhöht [3]. Generell ist die Suizidrate bei den bipolaren Störungen eine der höchsten im Vergleich zu anderen psychiatrischen Erkrankungen und gegenüber der Allgemeinbevölkerung um das 10–15-fache erhöht. Ca. 5 % der Todesfälle bei erkrankten Frauen und knapp 10 % bei Männern werden durch Suizid verursacht. Bei einem Großteil der bipolaren Störungen treten im Rahmen der Ersterkrankung zunächst Depressionen auf, was insbesondere bei sich wiederholenden Episoden die Abgrenzung von einer unipolaren depressiven Störung erschwert. Die Diagnose einer bipolar affektiven Störung ist erst mit dem Auftreten einer manischen oder hypomanen Episode sicher zu stellen. Das hat zur Folge, dass die Zeitspanne bis zur korrekten Diagnose 5–10 Jahre beträgt.



