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Risperidon ISM® bei exazerbierter Schizophrenie

Frau mit Pferdeschwanz hält sich in einer belebten Menschenmenge die Ohren zu – Symbolbild für Angststörung, Panikattacke und Reizüberflutung

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Risperidon ISM® bei exazerbierter Schizophrenie

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: neuro aktuell

Der frühzeitige Einsatz von Depot-Antipsychotika steigert die Chance auf langfristigen Behandlungserfolg bei Schizophrenie, erklärte Prof. Dr. Christoph U. Correll, Berlin, bei einem Satellitensymposium [1] von ROVI zur DGPPN-Jahrestagung 2025. Für das schnell wirksame Depot Risperidon ISM® (Okedi®) liegt jetzt neue Evidenz unter klinischen Alltagsbedingungen vor. Die prospektive, nicht-interventionelle RESHAPE-Studie (Risperidone ISM® Effectiveness in Schizophrenia patients Hospitalized due to A relapse: a Prospective non-Interventional Evaluation) hat die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Schizophrenie-Patientinnen und Patienten, die aufgrund eines Rückfalls stationär behandelt wurden, untersucht. [2]

Ersten Erkenntnissen nach profitieren Patientinnen und Patienten mit Risperidon ISM auch unter Routinebedingungen, u. a. von einem schnellen Wirkeintritt und einer raschen Verbesserung der Funktionsfähigkeit, sagte Prof. Dr. Thomas Messer, Pfaffenhofen. [3,4] „Die Akzeptanz war hoch.“ Noch erhielten zu wenige Schizophrenie-Betroffene in Deutschland ein Depotpräparat. RESHAPE liefere wertvolle Argumente dafür, Risperidon ISM ab dem Akutsetting einzusetzen.

Für Correll „sind Depot-Antipsychotika bei der Schizophrenie-Behandlung die Gewinner“: Sie reduzieren gegenüber oralen Antipsychotika Therapieabbrüche, Rückfälle, Hospitalisierungen [5] und Mortalität [6] signifikant, mit positiven Effekten auf Lebensqualität und Funktionalität. [5] Einer Netzwerk-Metaanalyse zufolge ist die Überlegenheit hinsichtlich Rückfällen und Krankenhausaufenthalten in Real-World-Studien noch signifikant deutlicher ausgeprägt als in klinischen Studien (p = 0,04). [7] Risperidon ISM® (Okedi®) 100 und 75 mg, ein vierwöchentlich zu injizierendes Depot-Antipsychotikum, ist seit 2022 in Deutschland zur Behandlung von Schizophrenie bei Erwachsenen zugelassen, bei denen die Verträglichkeit und Wirksamkeit von oralem Risperidon nachgewiesen ist. [8] Es sei, so Correll, das erste schnell wirksame Depot in Deutschland. Bisher seien Risperidon-Depots im Akutsetting wegen der bei Therapieinitiierung nötigen oralen Begleitmedikation schwer handhabbar gewesen. [1] „Dank der In-situ-microparticle-Galenik erzielt Risperidon ISM ohne orale Supplementierung oder Loading Dose nach 12 Stunden therapeutische Wirkspiegel, die über den gesamten Dosierungszeitraum hinweg stabil bleiben.“ [9]

RESHAPE: Schnelle Stabilisierung im Real-World-Akutsetting

Eingeschlossen in die Beobachtungsstudie RESHAPE waren 275 Personen ≥ 18 Jahre aus 5 europäischen Ländern, zum großen Teil (n = 118) aus Deutschland, die aufgrund eines Rückfalls stationär behandelt wurden. [2,3] „Bei knapp zwei Dritteln war mangelnde Adhärenz der auslösende Faktor“, erläuterte Messer. Der erste Blick in die Daten zeigt: Bereits ab Tag 8 nach der ersten Verabreichung ergab sich eine signifikante Reduktion von Clinical Global Impression – Severity (CGI-S)- und Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS)-6-Gesamtscore. [3,4] „Sogar bei den nach CGI-S am schwersten erkrankten Personen verbesserte sich der Score klinisch relevant“, so Messer. Auch die Funktionsfähigkeit verbesserte sich gemäß Personal and Social Performance (PSP)-Skala signifikant: Mit etwa deutlichem Rückgang von sozial störendem Verhalten oder Aggressivität. [3,4] „Soziale Funktionsfähigkeit spielt für das Therapieoutcome eine zentrale Rolle“, ordnete Messer ein. Wohl auch deshalb zeigten die RESHAPE-Daten eine sehr zeitnahe Entlassung aus der stationären Behandlung, mit im Median 8 Tagen nach Therapieinitiierung. [3,4] „Und das bei Menschen, wie sie uns in der Klinik im Routinealltag begegnen.“

Hohe Zufriedenheit mit Risperidon ISM

Auch das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil erwies sich als positiv. Nur 4 % der RESHAPE-Teilnehmenden brachen aufgrund von Treatment Related Adverse Events (TRAE) die Therapie ab. Die meisten TRAE waren mild oder moderat. Messer zufolge sei die Mehrheit der Patientinnen und Patienten insgesamt mit der Risperidon ISM-Behandlung zufrieden gewesen (Medication Satisfaction Questionnaire, MSQ). Verglichen mit der vorangegangenen Medikation sei die Zufriedenheit deutlich angestiegen. [3,4] „Zusätzlich sagten die allermeisten der Behandelnden, dass Risperidon ISM dazu beitrug, eine therapeutische Allianz aufzubauen oder zu verbessern – wichtig für die Adhärenz.“

Klinische PRISMA-Studien bestätigt

RESHAPE bestätigt unter Routinebedingungen im Klinikalltag die für Risperidon ISM aus
klinischen Studien bekannte Wirksamkeit und Sicherheit bei Menschen mit akut exazerbierter Schizophrenie. In der Zulassungsstudie PRISMA 3 reduzierte das Depot- Antipsychotikum zum Beispiel den PANSS-Gesamtscore über 12 Wochen um durchschnittlich 24,7 bzw. 24,6 Punkte (Dosierung 100 bzw. 75 mg), verglichen mit 11,0 Punkten unter Placebo. [10] Die 12-monatige Verlängerungsstudie PRISMA 3-OLE bestätigte die langfristige Wirksamkeit und Verträglichkeit. Unter Risperidon ISM 75 bzw. 100 mg alle vier Wochen zeigten sich eine geringe Rückfallrate (10,7 %), eine Rehospitalisierungsrate von nur 4,2 % aufgrund psychotischer Symptome und lediglich 3,3 % der Patientinnen und Patienten brachen wegen eines TRAE die Therapie ab. [11]

Über Depot-Antipsychotika sprechen

Allen Schizophrenie-Betroffenen sollte eine Depot-Therapie angeboten werden, wenn eine antipsychotische Behandlung über mehr als sechs Monate indiziert ist – und das möglichst früh im Verlauf, warb Prof. Dr. Stephan Heres, München. „Wenn wir unsere Patientinnen und Patienten aufklären und gemeinsame Ziele definieren, nehmen viele von ihnen eine
solche Depot-Therapie auch an“, ist seine Erfahrung. Vor dem Hintergrund der präsentierten Evidenz bleibe die Versorgungssituation im klinischen Alltag ausbaufähig. „Wir müssen das individuelle Angebot an die Betroffenen heranbringen – und mehr über die Depot-Therapie sprechen.“

Quelle dieser Pressemeldung: Rovi 26. Januar 2026

Pressekontakt Deutschland
Dr. Stefan Peters Lea Schüßler
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Referenzen
  1. Symposium „Depot-Antipsychotika: Von der Evidenz zur klinischen Routine” anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, 28. November 2025 in Berlin; Veranstalter ROVI GmbH.
  2. Non-interventional Study of Risperidone ISM® in Schizophrenia Patients Hospitalised Due to a Relapse (RESHAPE), https://clinicaltrials.gov/study/NCT05480046; letzter Zugriff 16.12.25.
  3. Prof. Dr. Thomas Messer, Vortrag „ERPROBT – Aktuelle Behandlungsergebnisse mit Risperidon ISM aus der RESHAPE-STUDIE”.
  4. Data on file.
  5. Kishimoto T et al. Lancet Psychiatry 2021; 8(5):387–404.
  6. Taipale H et al. Schizophr Res 2018; 197:274–280.
  7. Efthimiou O et al. Lancet Psychiatry. 2024 Feb;11(2):102-111.
  8. Fachinformation Okedi® 100 mg und 75 mg; Stand: Mai 2023.
  9. Walling DP et al. Drug Des Devel Ther 2021; 15:4371–4382.
  10. Correll CU et al. NPJ Schizophr 2020; 6(1):37.
  11. Filts Y et al Schizophr Res 2022; 239: 83–91.

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